Eigene Fotos schaffen mehr Vertrauen als jedes Stockbild. Warum das so ist, habe ich in einem eigenen Beitrag über eigene Fotos und Stockfotos beschrieben. Bleibt die praktische Frage: Wie mache ich diese Fotos eigentlich, ohne Fotograf und ohne teure Ausrüstung?
Die gute Nachricht: Ein modernes Smartphone genügt vollkommen. Was am Ende über ein gutes oder mittelmäßiges Foto entscheidet, ist nicht die Kamera. Es sind ein paar einfache Dinge, die jeder in wenigen Minuten lernen kann. Hier sind sie, in der Reihenfolge, die den größten Unterschied macht.
1. Licht ist wichtiger als die Kamera
Wenn Sie sich nur eine einzige Sache merken, dann diese: Gutes Licht macht ein durchschnittliches Handy besser aussehen als eine teure Kamera bei schlechtem Licht. Und das beste Licht ist fast immer kostenlos, es kommt durch das Fenster.
- Nutzen Sie Tageslicht. Stellen Sie sich in die Nähe eines Fensters oder gehen Sie nach draußen. Innenräume nur mit Deckenlampe wirken oft gelb und flach.
- Meiden Sie die pralle Mittagssonne. Direktes hartes Licht erzeugt tiefe Schatten und überstrahlte Stellen. Ein leicht bewölkter Himmel ist das ideale Fotolicht, weich und gleichmäßig.
- Schalten Sie den Blitz aus. Der eingebaute Blitz macht Bilder flach, wirft harte Schatten und lässt Essen und Räume unnatürlich wirken. Fast immer ist ein Foto ohne Blitz das bessere.
- Vermeiden Sie Lichtmischung. Warmes Kunstlicht und kaltes Fensterlicht im selben Bild ergeben unschöne Farbstiche. Wenn Sie am Fenster fotografieren, schalten Sie das gelbe Kunstlicht in der Nähe lieber aus.
2. Halten Sie das Handy ruhig und gerade
Ein verwackeltes oder schiefes Foto sieht sofort unprofessionell aus, selbst wenn Motiv und Licht stimmen. Zwei kleine Gewohnheiten lösen das:
- Halten Sie das Handy mit beiden Händen und stützen Sie die Ellbogen ab. Tippen Sie sanft auf den Auslöser, statt darauf zu drücken, damit nichts verwackelt.
- Schalten Sie das Gitternetz ein. In den Kamera-Einstellungen jedes Handys gibt es eine Rasteransicht. Damit richten Sie Tischkanten, Türen oder den Horizont gerade aus. Ein gerader Horizont ist einer der größten Unterschiede zwischen einem Schnappschuss und einem sauberen Foto.
- Tippen Sie zum Scharfstellen. Berühren Sie auf dem Bildschirm die Stelle, die scharf sein soll, zum Beispiel das Gericht oder das fertige Werkstück. Das Handy stellt darauf scharf und passt gleichzeitig die Helligkeit an.
3. Gehen Sie näher ran und räumen Sie auf
Die meisten schwachen Fotos haben ein gutes Motiv, das in einem unruhigen Hintergrund untergeht. Bevor Sie auslösen, schauen Sie einmal durch den ganzen Bildausschnitt, nicht nur auf das Hauptmotiv.
- Räumen Sie den Hintergrund frei. Ein herumliegendes Kabel, ein voller Aschenbecher, eine Kaffeetasse am Rand: solche Kleinigkeiten fallen auf dem Foto stärker auf als in echt. Kurz aufräumen kostet zehn Sekunden und hebt jedes Bild.
- Füllen Sie das Bild mit dem Motiv. Gehen Sie ruhig einen Schritt näher heran, statt hinterher stark zu zoomen. Digitaler Zoom macht Bilder körnig. Ihre Füße sind der bessere Zoom.
- Ein Motiv pro Bild. Ein Foto, das alles gleichzeitig zeigen will, zeigt am Ende nichts richtig. Ein Gericht, ein Detail, ein abgeschlossenes Projekt. Lieber mehrere klare Bilder als eines mit zu viel drauf.
4. Der richtige Blickwinkel
Der Winkel entscheidet, ob ein Motiv appetitlich oder unbeholfen wirkt. Zwei einfache Faustregeln je nach Branche:
Für Gastronomen
- Essen wirkt am besten leicht schräg von oben (etwa 45 Grad) oder direkt von oben (die klassische Draufsicht auf den Tisch).
- Fotografieren Sie ein Gericht frisch, solange es dampft und die Farben leuchten, nicht wenn es schon steht.
- Für Räume: aus einer Ecke fotografieren, dann wirkt der Raum größer und lebendiger als frontal von der Tür.
Für Handwerker
- Fotografieren Sie fertige Arbeiten auf Augenhöhe des Werks, nicht von oben herab. Eine verlegte Fläche, eine Treppe, eine Fassade wirken so am ehrlichsten.
- Vorher-nachher-Bilder aus demselben Winkel sind das stärkste Argument überhaupt. Machen Sie schon vor Arbeitsbeginn ein Foto vom selben Standpunkt.
- Details verkaufen Qualität: eine saubere Schweißnaht, eine präzise Fuge, eine ordentliche Installation aus der Nähe.
Welche Motive sich überhaupt lohnen, ob Lokal, Team, Werkstatt oder abgeschlossenes Projekt, habe ich im Beitrag über eigene Fotos aufgelistet. Diese Anleitung kümmert sich um das Wie.
5. Eine kurze Nachbearbeitung reicht
Sie brauchen kein Bildbearbeitungsprogramm. Das Foto-Programm auf Ihrem Handy kann alles Wichtige, und mehr ist meistens zu viel:
- Zuschneiden. Schneiden Sie störende Ränder weg und rücken Sie das Motiv in die Mitte oder bewusst an die Seite.
- Gerade ausrichten. Falls der Horizont doch leicht kippt, ziehen Sie ihn mit der Drehen-Funktion gerade.
- Helligkeit und Kontrast dezent anheben. Ein leicht helleres, klareres Bild wirkt einladender. Übertreiben Sie es nicht.
- Finger weg von starken Filtern. Kräftige Farbfilter lassen Bilder künstlich aussehen und zerstören genau die Echtheit, wegen der eigene Fotos überhaupt wirken. Das Foto soll hinterher noch so aussehen wie bei Ihnen in Wirklichkeit.
6. Vor dem Hochladen verkleinern
Ein Punkt, den viele übersehen: Smartphone-Fotos sind mit 5 bis 15 Megabyte riesig. Lädt man sie so hoch, wird die Webseite langsam, besonders auf dem Handy, und eine langsame Seite verliert Besucher. Wie stark das bremst, habe ich im Beitrag über langsame Ladezeiten beschrieben.
Deshalb: Verkleinern und komprimieren Sie jedes Foto, bevor es online geht. Als Faustregel sollte ein Inhaltsbild nicht mehr als 200 bis 300 Kilobyte haben, ein breites Hintergrundbild nicht mehr als 500 Kilobyte. Das moderne Format WebP ist dabei viel effizienter als JPEG. Wenn Ihr Webseiten-Anbieter das automatisch übernimmt, müssen Sie sich darum gar nicht kümmern. Bei uns geschieht genau das im Hintergrund, Sie schicken einfach das Originalfoto.
Die häufigsten Fehler auf einen Blick
- Mit Blitz fotografiert statt bei Tageslicht.
- Zu dunkel, weil nur die Deckenlampe an war.
- Schiefer Horizont, weil das Gitternetz aus war.
- Unruhiger Hintergrund, weil vor dem Auslösen nicht aufgeräumt wurde.
- Zu stark gefiltert, sodass das Bild künstlich wirkt.
- Riesige Datei hochgeladen, die die Seite ausbremst.
Wer diese sechs Punkte vermeidet, macht mit dem Handy Fotos, die auf einer Webseite gut aussehen. Kein Zauber, nur ein bisschen Aufmerksamkeit.
Fazit
Gute Webseiten-Fotos sind keine Frage der Ausrüstung. Sie sind eine Frage von Licht, einem geraden, aufgeräumten Bild und dem richtigen Winkel. Alles davon können Sie heute mit dem Handy in Ihrer Tasche umsetzen. Und ein ehrliches, gut belichtetes Foto Ihres echten Betriebs schlägt jedes perfekte Stockbild.
Fangen Sie klein an: ein Fenster, ein aufgeräumter Ausschnitt, ein ruhiger Auslöser. Das ist mehr, als die meisten Ihrer Mitbewerber auf ihre Webseite stellen.
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Ich gestalte eine kostenlose Vorschau Ihrer Webseite, mit Ihren echten Fotos und Ihren Texten. Das Verkleinern und Optimieren der Bilder übernehme ich im Hintergrund. Erst wenn Sie die Vorschau mögen, sprechen wir über den nächsten Schritt.
Kostenlose Vorschau anfordernHäufige Fragen
Brauche ich eine teure Kamera für gute Webseiten-Fotos?
Nein. Ein modernes Smartphone macht bei gutem Tageslicht Fotos, die für eine Webseite völlig ausreichen. Wichtiger als die Kamera sind Licht, ein aufgeräumter Bildausschnitt und ein ruhiger, gerader Blickwinkel. Eine teure Kamera oder ein Fotograf lohnen sich erst, wenn Sie später gezielt Aushängebilder brauchen. Für den Anfang und für die meisten lokalen Betriebe genügt das Handy in Ihrer Tasche vollständig.
Wann ist das beste Licht für Fotos?
Natürliches Tageslicht ist fast immer die beste Wahl. Fotografieren Sie in der Nähe eines Fensters oder draußen, aber nicht in der prallen Mittagssonne, weil harte Schatten entstehen. Ein leicht bewölkter Himmel ist ideal, weil das Licht weich und gleichmäßig ist. Vermeiden Sie den eingebauten Blitz, er macht Bilder flach und unnatürlich. Vermeiden Sie in Innenräumen eine Mischung aus warmem Kunstlicht und kaltem Fensterlicht im selben Bild.
Hoch- oder Querformat für die Webseite?
Für Webseiten sind Querformat-Fotos meistens die sichere Wahl, weil große Kopf- und Hintergrundbilder auf dem Bildschirm breiter als hoch sind. Hochformat funktioniert gut für einzelne Detailbilder, Teamfotos oder Gerichte. Der einfachste Weg: Fotografieren Sie dasselbe Motiv einmal quer und einmal hoch. Dann kann Ihr Webseiten-Anbieter das passende Format je nach Stelle auswählen.
Soll ich meine Fotos mit Filtern bearbeiten?
Leichte Nachbearbeitung ist gut, starke Filter nicht. Zuschneiden, den Horizont gerade ziehen und Helligkeit oder Kontrast dezent anpassen holen viel aus einem Foto heraus, und das geht direkt im Foto-Programm Ihres Handys. Kräftige Farbfilter dagegen lassen Bilder künstlich wirken und untergraben genau das Vertrauen, das ein echtes Foto aufbauen soll. Die Faustregel: Das Foto soll nach der Bearbeitung noch so aussehen, wie es bei Ihnen wirklich ist.
Wie bekomme ich die Fotos klein genug für die Webseite?
Smartphone-Fotos sind oft 5 bis 15 Megabyte groß und verlangsamen die Webseite spürbar, besonders auf dem Handy. Verkleinern und komprimieren Sie die Bilder vor dem Hochladen. Als Faustregel sollte ein Inhaltsbild nicht mehr als 200 bis 300 Kilobyte haben, ein breites Hintergrundbild nicht mehr als 500 Kilobyte. Das moderne Format WebP ist deutlich effizienter als JPEG. Wenn Ihr Webseiten-Anbieter das Verkleinern automatisch übernimmt, müssen Sie sich darum gar nicht kümmern.
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