Im letzten Artikel dieser Reihe ging es um die Entrümpelung, also um den Betrieb, dem ein Kunde seinen Schlüssel übergibt und dann wegsieht. Die Glaserei ist ein anderer Fall, und zwar ein doppelter. Sie hat nicht einen Kunden mit einer Lage, sondern zwei Kunden mit gegensätzlichen Lagen, und sie muss beide von derselben Startseite aus bedienen.
Der eine steht seit zwanzig Minuten vor einer zerstörten Scheibe. Es ist Samstagabend, das Wohnzimmer ist offen, er entscheidet nach dem ersten Klingeln. Der andere sitzt am Sonntagvormittag am Küchentisch, plant seit drei Wochen eine bodengleiche Dusche und wird nicht heute anrufen, sondern in zehn Tagen, wenn die Fliesen liegen. Dazu kommt eine Besonderheit, die es in kaum einem anderen Gewerk gibt: Beim ersten Kunden lautet die erste Frage nicht, was es kostet, sondern wer es zahlt.
Dieser Artikel geht durch, was die Webseite einer Glaserei leisten muss: zwei getrennte Eingänge statt eines Kompromisses, die Versicherungsfrage vor der Preisfrage, ein Notdienst, der nicht mit den Vermittlern verwechselt wird, Maßanfertigungen über Ablauf und Lieferzeit statt über Preise, die Beratungsthemen, nach denen tatsächlich gesucht wird, und die Auftraggeber, von denen die planbaren Aufträge kommen.
1. Zwei Kunden, zwei Eingänge, eine Startseite
Der häufigste Fehler auf Seiten dieser Branche ist nicht schlechtes Design. Es ist der Versuch, beide Kundschaften mit demselben Text anzusprechen, meist mit einem Bild von einer Glasfassade und dem Satz, dass man seit 1954 alles rund um Glas macht. Für den Notfall ist das zu langsam, für die geplante Arbeit zu beliebig.
- Oben links der Notfall: ein auffälliger, farblich abgesetzter Bereich mit klickbarer Telefonnummer, den tatsächlichen Erreichbarkeitszeiten und dem Satz, was als Nächstes passiert. Auf dem Telefon steht dieser Bereich zuerst, denn dort wird er gebraucht.
- Daneben der ruhige Weg: Beratung, Aufmaß, Angebot für alles, was geplant ist. Anderer Ton, andere Bilder, anderer Handlungsaufruf, nämlich Termin vereinbaren statt sofort anrufen.
- Erst darunter der Betrieb: Leistungen, Referenzen, Werkstatt, Meister, Geschichte. Das ist wichtig, aber es ist die Antwort auf die zweite Frage, nicht auf die erste.
- Und eigene Unterseiten je Anliegen: Glasbruch, Duschabtrennung, Ganzglastür, Spiegel nach Maß, beschlagene Fensterscheibe. Gesucht wird nach dem konkreten Ding, nicht nach dem Wort Glaserei. Jede dieser Seiten ist gleichzeitig die stärkste Maßnahme für die Auffindbarkeit.
Diese Trennung kostet nichts außer einer Entscheidung. Sie ist der Unterschied zwischen einer Seite, auf der zwei sehr verschiedene Menschen sofort ihren eigenen Weg finden, und einer Seite, auf der beide raten müssen, ob sie hier richtig sind.
2. Die erste Frage ist nicht der Preis, sondern die Versicherung
Ein Glasschaden ist einer der wenigen Handwerksfälle, in denen der Kunde meist nicht selbst bezahlt, es im Moment des Schadens aber nicht weiß. Genau diese Unsicherheit hält ihn vom Anruf ab, weil er fürchtet, etwas falsch zu machen und am Ende auf den Kosten sitzen zu bleiben. Ein einziger gut geschriebener Abschnitt räumt das aus.
- Wer wofür zuständig ist, in Alltagssprache: die Gebäudeversicherung für fest verbaute Verglasung am Gebäude, die Hausratversicherung für Glas im Inneren wie Möbel-, Vitrinen- und Ceranfeldglas, eine eigene Glasversicherung als breitere Absicherung. Dazu der Hinweis für Mieter, wer den Schaden meldet und was in den Mietvertrag gehört.
- Die richtige Reihenfolge der Schritte: Gefahrenstelle sichern, Schaden fotografieren, bei Einbruch oder Vandalismus Anzeige erstatten, dem Versicherer melden, Schadennummer notieren, dann den Betrieb rufen. Fünf Zeilen, die einem Menschen in einer unübersichtlichen Stunde Halt geben.
- Die Abrechnung direkt mit der Versicherung: die stärkste Zusage dieser Seite. Wenn der Kunde nur eine mögliche Selbstbeteiligung zahlt und sich um den Rest nicht kümmern muss, ist die größte Hürde des Auftrags weg.
- Und die ehrliche Einschränkung: dass die Deckung vom Vertrag abhängt, dass ein selbst verschuldeter Kratzer meist nicht dazugehört und dass der Betrieb im Zweifel bei der Klärung hilft, aber nichts zusagen kann, was der Versicherer entscheidet. Diese Ehrlichkeit wirkt stärker als jedes Versprechen.
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Kostenlose Vorschau anfordern3. Der Notdienst muss anders klingen als die Vermittler
Wer nachts eine kaputte Scheibe googelt, landet zwischen echten Betrieben und überregionalen Vermittlungsplattformen, die den Auftrag weiterreichen und deren Abrechnungen die halbe Branche in Verruf gebracht haben. Ein ortsansässiger Betrieb gewinnt hier nicht mit größeren Versprechen, sondern mit nachprüfbaren Angaben.
- Die Herkunft sichtbar machen: echte Betriebsadresse, Karte, Werkstattfoto, Name des Meisters, Innungszugehörigkeit. Ein Vermittler hat nichts davon, und der Unterschied ist auf einen Blick sichtbar.
- Das Einsatzgebiet mit Ortsnamen: die Orte und Landkreise, die tatsächlich gefahren werden, statt einer Karte ohne Grenzen. Wer alles verspricht, wirkt wie eine Vermittlung.
- Ehrliche Zeiten statt vierundzwanzig Stunden: wann jemand direkt rangeht, wann eine Rufbereitschaft greift, und eine realistische Angabe, wie schnell jemand vor Ort sein kann. Eine ehrliche Stunde schlägt eine unglaubwürdige Viertelstunde.
- Ein offener Preisrahmen: Anfahrt, Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschlag als Spanne benannt, getrennt von der Verglasung, plus die Zusage, dass vor Arbeitsbeginn ein Preis genannt wird. Genau daran scheitern die schwarzen Schafe, und genau deshalb wirkt es.
- Und die Erklärung der Notverglasung: dass zuerst gesichert und dicht gemacht wird, meist mit einer Platte oder einer einfachen Scheibe, und dass die endgültige Verglasung nach Aufmaß in wenigen Tagen folgt. Wer das vorher weiß, ist nachher nicht enttäuscht, dass beim ersten Termin noch keine neue Scheibe drin ist.
Dazu gehört ein zweiter Weg für alle, die nachts lieber schreiben als sprechen: eine Nachricht mit Foto und Adresse, mit einer klaren Angabe, bis wann geantwortet wird. Bei einer offenen Scheibe im Erdgeschoss ruft man an. Bei einem Riss in der Terrassentür schreibt man.
4. Maßanfertigung verkauft man über Ablauf und Lieferzeit, nicht über den Preis
Die zweite Hälfte des Geschäfts ist das genaue Gegenteil des Notdiensts: geplant, beratungsintensiv, millimetergenau. Der Wettbewerb ist hier nicht der Nachbarbetrieb, sondern der Baumarkt und der Onlineshop mit Standardmaßen. Gegen die gewinnt man nicht über den Preis, sondern darüber, dass die eigene Öffnung eben kein Standardmaß hat.
- Eine eigene Seite je Produkt: Duschabtrennung und Walk-in, Ganzglastür und Schiebetür, Glasgeländer und Absturzsicherung, Vordach, Küchenrückwand, Spiegel nach Maß, Möbel- und Vitrinenglas, Tischplatte, Insektenschutz. Jede mit eigenen Fotos, jede in der Sprache des jeweiligen Kunden.
- Der Ablauf in Schritten: Beratung, Aufmaß vor Ort, verbindliches Angebot, Fertigung, Montage. Mit dem offenen Hinweis, ob das Aufmaß etwas kostet und dass es bei Auftrag angerechnet wird. Das nimmt die Sorge, dass eine unverbindliche Anfrage etwas auslöst.
- Die Lieferzeit ehrlich in Wochen: weil Glas bestellt, zugeschnitten, gehärtet und bearbeitet werden muss. Wer zwei bis drei Wochen hinschreibt, verliert den Kunden nicht, sondern gewinnt den, der seinen Handwerkertermin planen muss.
- Die Auswahl mit Empfehlung statt Liste: Glasart und Stärke, klar oder satiniert, Beschlagfarbe, Kantenbearbeitung, Beschichtung gegen Kalk. Ein Satz dazu, was der Betrieb in einem normalen Bad empfehlen würde, ist mehr wert als eine vollständige Tabelle.
- Und eigene Bilder statt Katalogmotive: montierte Arbeiten aus dem eigenen Umkreis, gern mit einem Satz zur Aufgabe, etwa eine Dachschräge oder eine schiefe Altbauwand. Genau daran erkennt der Kunde, dass hier jemand seine Situation schon einmal gelöst hat.
5. Die Beratungsthemen, nach denen wirklich gesucht wird
Ein großer Teil des möglichen Umsatzes einer Glaserei liegt bei Menschen, die ein Problem haben und nicht wissen, dass eine Glaserei es löst. Sie suchen nicht nach dem Gewerk, sondern nach ihrem Ärgernis. Wer diese Ärgernisse in Alltagssprache aufschreibt, bekommt Anfragen, die sonst nie entstanden wären.
- Die beschlagene oder blinde Scheibe: das defekte Isolierglas, bei dem sich Feuchtigkeit zwischen den Scheiben sammelt. Viele glauben, sie bräuchten neue Fenster. Der Hinweis, dass sich häufig nur die Scheibe im vorhandenen Rahmen tauschen lässt, ist der wertvollste Absatz auf der ganzen Seite, weil er einen aufgeschobenen Auftrag sofort auslöst.
- Sicherheit und Einbruchhemmung: der Unterschied zwischen Einscheiben-Sicherheitsglas und Verbundsicherheitsglas in verständlichen Worten, wo welches vorgeschrieben ist, etwa bei Türen, Überkopfverglasung und Absturzsicherung, und was sich nachrüsten lässt. Für Ladenbesitzer nach einem Einbruch ist das die entscheidende Seite.
- Schallschutz: die Wohnung an der Durchgangsstraße, der Schlafraum zum Innenhof mit Gastgarten. Ein sachlicher Absatz über das, was ein Scheibentausch tatsächlich bringt und was nicht, findet dankbare Leser.
- Wärmeschutz und der ehrliche Vergleich: wann der Austausch der Scheibe reicht und wann der Rahmen so alt ist, dass ein neues Fenster sinnvoller wäre. Ein Betrieb, der auch mal vom eigenen Auftrag abrät, wird beim nächsten Mal gerufen.
- Und die kleinen Fälle: Ceranfeld, Katzenklappe im Glas, Bilderverglasung, Ersatzglas für ein Möbelstück, Kratzer im Fensterglas. Sie bringen wenig Umsatz und viele Erstkontakte, aus denen später Bäder und Türen werden.
Diese Seiten sind gleichzeitig der beste Beweis für Kompetenz. Sie zeigen einen Betrieb, der erklärt, statt nur zu verkaufen, und sie sind der Grund, warum jemand aus dem Nachbarort anruft, obwohl er den Betrieb vorher nicht kannte.
6. Der planbare Umsatz kommt von Auftraggebern, nicht von Privatkunden
Ein Privatkunde braucht alle paar Jahre eine Scheibe. Wer nur ihn anspricht, beginnt jeden Auftrag bei null. Die Grundauslastung liegt bei denen, für die Glas beruflich vorkommt, und sie werden auf den meisten Seiten dieser Branche mit keinem Wort erwähnt.
- Hausverwaltungen und Wohnungsgesellschaften: viele Objekte, regelmäßige Schäden, Bedarf an Rufbereitschaft, Nachweisen, Rechnungen je Objekt und einem festen Ansprechpartner. Ein Betrieb, der diese Anforderungen auf der Seite benennt, wird angerufen.
- Versicherer und Schadendienstleister: sie steuern Schäden an Betriebe in der Region. Wer direkt mit Versicherungen abrechnet und das sichtbar macht, ist für diese Vermittlung überhaupt erst ansprechbar.
- Gewerbe, Ladenbau und Gastronomie: Schaufenster, Windfänge, Trennwände, Spiegelflächen, Vitrinen. Hier zählt Reaktionsgeschwindigkeit, denn ein zugesperrtes Schaufenster kostet jeden Tag Umsatz.
- Bauunternehmen, Architekten und Sanierer: Neubau und Umbau mit Geländern, Duschen, Innentüren. Sie brauchen Termintreue und ein Aufmaß, das zum Bauablauf passt.
- Und die Kollegen als Partner: Schreiner, Tischler, Küchenstudios, Fensterbauer, Sanitärbetriebe. Sie brauchen Zuschnitt, Sonderformen und kurze Wege statt eigener Beschaffung. Eine kurze Seite für Handwerkskunden mit Zuschnittservice und Abholzeiten ist ein eigener, sehr stabiler Umsatzkanal.
Zwei Dinge tragen quer über alle Kapitel. Erstens die Erreichbarkeit: Ein Teil dieser Kundschaft entscheidet in Minuten. Eine klickbare Telefonnummer ganz oben, ehrliche Zeiten, eine Rückrufzusage und ein Nachrichtenweg mit Fotoanhang sind hier keine Nettigkeiten, sondern das Geschäft. Zweitens die örtliche Sichtbarkeit: eigene Seiten für die Orte, die tatsächlich gefahren werden, ein gepflegtes Unternehmensprofil bei Google mit echten Bildern montierter Arbeiten, und Bewertungen, in denen die Worte vorkommen, um die es hier geht, nämlich schnell da, sauber gearbeitet und Preis wie besprochen.
Häufige Fragen zur Webseite einer Glaserei
Was muss auf der Startseite einer Glaserei ganz oben stehen? +
Zwei Eingänge, nicht einer. Eine Glaserei bedient zwei Kundschaften, die nichts gemeinsam haben: den Menschen mit einer zerstörten Scheibe, der in wenigen Minuten entscheidet und vor allem wissen will, ob heute noch jemand kommt, und den Menschen, der eine Duschabtrennung, eine Ganzglastür oder einen Spiegel nach Maß plant und dafür Wochen Zeit hat. Eine Startseite, die beide mit demselben Text anspricht, verliert beide. Nach oben gehören deshalb zwei klar getrennte Wege: ein auffälliger Bereich Glasbruch und Notverglasung mit klickbarer Telefonnummer, Erreichbarkeitszeiten und Einsatzgebiet, und daneben der ruhige Weg für geplante Arbeiten mit Beratung, Aufmaß und Angebot. Erst darunter folgen Leistungen, Referenzen und Betrieb. Wer diese Trennung nicht macht, wirkt für den Notfall zu langsam und für die Maßanfertigung zu beliebig.
Warum ist die Versicherungsfrage wichtiger als der Preis? +
Weil bei einem Glasschaden in sehr vielen Fällen nicht der Kunde zahlt, sondern eine Versicherung, und weil er das im Moment des Schadens nicht weiß. Auf die Webseite gehört deshalb ein eigener Abschnitt, der die Zuständigkeiten in einfachen Worten erklärt: die Gebäudeversicherung ist meist für fest verbaute Verglasung des Gebäudes zuständig, die Hausratversicherung für Glas im Inneren wie Möbel- und Ceranfeldglas, eine eigene Glasversicherung deckt beides breiter ab, und bei Mietwohnungen ist zusätzlich die Frage relevant, wer den Schaden meldet. Dazu die Schritte in der richtigen Reihenfolge: sichern, fotografieren, bei Einbruch oder Vandalismus Anzeige erstatten, Schaden melden, Schadennummer notieren. Wer als Betrieb anbietet, direkt mit der Versicherung abzurechnen, sodass der Kunde nur eine mögliche Selbstbeteiligung zahlt, nimmt die größte Hürde des ganzen Auftrags weg. Genau dieser Absatz fehlt auf den meisten Seiten dieser Branche, obwohl er nichts kostet.
Wie tritt ein Glas-Notdienst seriös auf und nicht wie ein Schlüsseldienst? +
Durch Konkretheit statt Superlative. Ein Notdienst, der nur mit vierundzwanzig Stunden, sofort und günstig wirbt, landet gedanklich bei den überregionalen Vermittlern, deren Ruf die ganze Branche belastet. Vertrauen entsteht durch nachprüfbare Angaben: der echte Betriebssitz mit Adresse und Karte, das tatsächlich gefahrene Einsatzgebiet mit Orten statt einer Landkarte ohne Grenzen, ehrliche Zeiten, also wann ein Meister selbst kommt und wann eine Rufbereitschaft greift, und eine realistische Eintreffzeit statt eines Versprechens. Dazu ein offener Preisrahmen: Anfahrt, Nacht- und Wochenendzuschlag als Spanne benannt, klar getrennt von der eigentlichen Verglasung, und die Aussage, dass vor Arbeitsbeginn ein Preis genannt wird. Wichtig ist außerdem der Hinweis, dass die Notverglasung ein Zwischenschritt ist, der die Öffnung dicht und sicher macht, und dass die endgültige Scheibe nach Aufmaß folgt, meist innerhalb weniger Tage.
Wie verkauft man Maßanfertigungen wie Duschabtrennungen oder Ganzglastüren über die Webseite? +
Über Bilder eigener Objekte, über den Ablauf und über die Lieferzeit, nicht über einen Preis. Diese Produkte gibt es nicht im Regal, sie entstehen millimetergenau für eine bestimmte Öffnung, und genau das ist das Verkaufsargument gegen den Baumarkt und den Onlineshop. Auf die Webseite gehört pro Produkt eine eigene Unterseite, also Duschabtrennung, Ganzglastür, Glasgeländer und Absturzsicherung, Glasvordach, Küchenrückwand, Spiegel nach Maß, Vitrinen- und Möbelglas, Tischplatte. Auf jeder dieser Seiten die drei Punkte, die der Kunde wirklich braucht: der Ablauf von der Beratung über das kostenpflichtige oder bei Auftrag angerechnete Aufmaß bis zur Montage, die realistische Lieferzeit in Wochen, weil Glas bestellt und gehärtet werden muss, und die Auswahl, also Glasart, Beschlagfarbe, Kantenbearbeitung, satiniert oder klar, mit einer Empfehlung statt einer bloßen Liste. Dazu eigene Fotos montierter Arbeiten aus dem eigenen Umkreis. Kein Katalogbild überzeugt so wie ein Bad, das aussieht wie das eigene.
Welche Beratungsthemen bringen einer Glaserei zusätzlichen Umsatz? +
Die Themen, bei denen der Kunde ein Problem hat, aber nicht weiß, dass eine Glaserei es löst. Das erste ist die beschlagene oder blinde Scheibe zwischen den Glasflächen, ein defektes Isolierglas, das sich austauschen lässt, ohne das ganze Fenster zu erneuern. Viele Menschen glauben, sie bräuchten neue Fenster, und geben deshalb ein Vielfaches aus oder verschieben es jahrelang. Das zweite ist Sicherheitsglas und Einbruchhemmung, also der Unterschied zwischen Einscheiben-Sicherheitsglas und Verbundsicherheitsglas in verständlichen Worten, mit dem Hinweis, wo welches vorgeschrieben ist, etwa bei Türen, Überkopfverglasung und Absturzsicherung. Das dritte ist Schallschutz an einer lauten Straße und das vierte der Wärmeschutz mit dem ehrlichen Vergleich zwischen einem Scheibentausch und einem neuen Fenster. Jedes dieser Themen verdient eine eigene, in Alltagssprache geschriebene Seite. Sie werden genau so gesucht, und sie führen zu Aufträgen, die sonst nie angefragt worden wären.
Sollte eine Glaserei Preise auf die Webseite schreiben? +
Keine Endpreise für Maßarbeiten, aber sehr wohl Größenordnungen und das Verfahren. Der Preis einer Scheibe hängt an Glasart, Aufbau, Maß, Kantenbearbeitung, Beschlag, Montageaufwand und Erreichbarkeit der Einbaustelle, deshalb wäre eine Zahl auf der Startseite irreführend. Was aber jede Seite leisten kann: den Notdienst mit einem offenen Rahmen für Anfahrt und Zuschläge versehen, das Aufmaß mit seinem Preis und der Anrechnung bei Auftrag benennen, für gängige Fälle wie den Austausch einer defekten Isolierglasscheibe eine Spanne nennen und dazusagen, was sie bewegt, und ausdrücklich erklären, dass ein verbindliches Angebot erst nach dem Aufmaß möglich ist. Dazu ein Anfrageformular, das genau das abfragt, was für eine Ersteinschätzung reicht: was betroffen ist, ungefähres Maß, Etage, Fotos, gewünschter Zeitraum und ob eine Versicherung im Spiel ist. Ein solches Formular spart auf beiden Seiten den halben Erstkontakt.
Wer vergibt einer Glaserei regelmäßig Aufträge? +
Nicht in erster Linie der Privatkunde, der alle paar Jahre eine Scheibe braucht, sondern die Auftraggeber, für die Glasschäden und Glaseinbauten Alltag sind. Das sind Hausverwaltungen und Wohnungsgesellschaften mit vielen Objekten, Versicherer und Schadendienstleister, die Handwerksbetriebe in der Region beauftragen, Ladenbauer und Gewerbetreibende mit Schaufenstern, Gastronomie und Hotellerie mit Windfängen, Spiegelflächen und Möbelglas, Bauunternehmen und Architekten bei Neubau und Sanierung, sowie Schreiner, Tischler und Küchenstudios, die Glas zuliefern lassen statt es selbst zu beschaffen. Für diese Gruppen gehört ein eigener Bereich auf die Webseite, denn sie brauchen anderes als der Privatkunde: schnelle Reaktionszeiten und Rufbereitschaft, Angebote und Rechnungen je Objekt, Schlüssel- und Zutrittsregelungen, Nachweise und Versicherungsschutz, feste Ansprechpartner und Rahmenvereinbarungen. Drei solcher Auftraggeber ergeben eine Grundauslastung, die aus einzelnen Privataufträgen kaum entsteht.
Fazit
Eine Glaserei hat ein Problem, das die meisten Gewerke nicht haben. Sie muss zwei Menschen bedienen, die auf derselben Seite Gegensätzliches suchen: Tempo und Sicherheit auf der einen, Ruhe und Genauigkeit auf der anderen. Eine Webseite, die daraus einen Kompromiss macht, also eine Glasfassade als Aufmacher und den Satz über die lange Tradition, hilft keinem von beiden.
Die Bausteine, die tragen, sind andere: zwei getrennte Eingänge gleich oben, ein eigener Abschnitt zur Versicherung, weil dort die erste Frage liegt und nicht beim Preis, ein Notdienst, der über echte Adresse, echtes Einsatzgebiet, ehrliche Zeiten und einen offenen Preisrahmen glaubwürdig wird, Maßanfertigungen mit Ablauf, Aufmaß, Lieferzeit und eigenen Fotos statt Katalogbildern, eigene Seiten für die Beratungsthemen wie beschlagene Scheiben, Sicherheits- und Schallschutzglas, nach denen tatsächlich gesucht wird, und ein Bereich für Verwaltungen, Versicherer, Ladenbauer und Handwerkskollegen. Das ist keine große Webseite. Es ist eine, die einem Menschen um zwei Uhr nachts genauso hilft wie einem, der in Ruhe sein Bad plant.
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