Wer einen regionalen Baumarkt oder einen Baustoffhandel führt, hört den Einwand oft: Gegen Hornbach und Obi kommen wir online sowieso nicht an, also lohnt sich die Webseite nicht. Der erste Teil stimmt. Der zweite ist ein Trugschluss, weil Sie in diesem Wettbewerb gar nicht antreten.
Die Kette gewinnt bei Preis und Sortimentsbreite. Sie gewinnen bei den Dingen, die eine Kette nicht liefert: Material am nächsten Morgen auf der Baustelle, Kranentladung, ein Ansprechpartner, der weiß, welcher Estrich zu welchem Boden passt, und ein Mietgerätepark, der zehn Minuten entfernt steht. Diese Stärken stehen auf den meisten Webseiten in der Branche schlicht nicht drauf. Dieser Artikel zeigt, was stattdessen daraufgehört.
1. Öffnungszeiten: Markt und Lager sind nicht dasselbe
Die häufigste Frage an Ihre Webseite ist auch hier die banalste. Habt ihr auf? Im Baustoffhandel hat sie aber eine Besonderheit, die fast immer untergeht: Verkaufsraum und Baustofflager haben oft unterschiedliche Zeiten. Das Lager öffnet für die Handwerker um sechs oder sieben, schließt mittags oder ist samstags nur bis zwölf besetzt.
Schreiben Sie beide Zeiten getrennt und deutlich sichtbar auf die Startseite. Dazu drei Angaben, die in dieser Branche mehr wert sind als anderswo:
- Anfahrt für Anhänger und Transporter: wo die Einfahrt zum Hof ist, ob man mit dem Anhänger wenden kann und wo die Abholung erfolgt. Ein Foto der Hofeinfahrt spart Ihnen mehr Anrufe als jeder Text.
- Wer belädt: ob Ihr Stapler die Palette auf den Anhänger setzt, ob Sie beim Verzurren helfen und ob Anhänger ausgeliehen werden können. Für Privatkunden ist genau das der Grund, zu Ihnen statt in die Stadt zu fahren.
- Sonderzeiten: Betriebsurlaub, Inventur, Feiertage und die verkürzten Zeiten im Winter. Genau dann wird gesucht.
Pflegen Sie dieselben Zeiten auch in Ihrem Google-Unternehmensprofil. Ein großer Teil der Suchen endet direkt dort, ohne dass jemand Ihre Seite öffnet.
2. Lieferung und Kran: Ihr stärkstes Argument gegen die Kette
Eigene Fahrzeuge sind der Punkt, an dem der regionale Handel den Baumarkt in der Kreisstadt schlägt. Wer zwölf Paletten Steine bestellt, will sie nicht abholen, sondern übermorgen früh an der Baustelle stehen haben, sauber abgeladen und an der richtigen Stelle.
Die Lieferung verdient deshalb einen prominenten Platz, nicht eine Fußnote unter Kontakt. Darauf gehören:
- Das Liefergebiet konkret mit Ortsnamen, nicht als "Umkreis"
- Welche Fahrzeuge Sie haben, besonders ob ein Kranfahrzeug dabei ist und wie weit der Kran reicht
- Ob Sie auf unbefestigten Baustellen abladen und ob Sie hinter den Zaun oder aufs Dach heben können
- Übliche Lieferzeit ab Bestellung, ehrlich benannt, zum Beispiel zwei bis drei Werktage
- Die Lieferpauschale oder die Kranstunde als planbarer Preis
- Ob Sie Schuttmulden oder Container stellen und wieder abholen
Ein einziges gutes Foto vom Kranfahrzeug beim Abladen erklärt Ihr Leistungsversprechen besser als drei Absätze Text. Wenn Sie nur ein Bild für die Seite machen lassen, dann dieses.
3. Geräteverleih: die Seite mit der klarsten Kaufabsicht
Wenn Sie nur eine einzige Unterseite bauen, dann diese. Nach "Rüttelplatte mieten", "Kernbohrgerät leihen", "Gerüst mieten" und "Anhänger mieten" wird zusammen mit dem Ortsnamen gesucht, und zwar von jemandem, der am Wochenende anfangen will und in fünf Minuten entscheidet.
Was dort in wenigen Sekunden beantwortet sein sollte:
- Welche Geräte: eine Liste mit einem Foto pro Gerät, nach Gewerken sortiert, also Erdbau, Betonbearbeitung, Bodenbeläge, Garten, Reinigung
- Was es kostet: Tagessatz und Wochenendsatz, dazu die Kaution. Diese Preise ändern sich selten und dürfen deshalb ruhig auf die Seite
- Zubehör: ob Anhänger, Transportkarre, Verbrauchsmaterial oder Bohrkronen mitgemietet werden können
- Einweisung und Sicherheit: ob Sie das Gerät erklären und was der Kunde mitbringen muss
- Reservierung: ein kurzes Formular mit Wunschdatum und Gerät. Ein echtes Buchungssystem brauchen Sie dafür nicht
Der Verleih ist außerdem ein hervorragender Türöffner. Wer sich einmal die Fliesenschneidemaschine geholt hat, kauft die Fliesen beim nächsten Mal gleich mit.
4. Gewerbekunden: ein gewonnener Handwerker kauft jahrelang
Ihre wertvollsten Kunden sind Betriebe: Maler, Fliesenleger, Dachdecker, Zimmereien, Garten- und Landschaftsbauer, Hausverwaltungen und Bauunternehmen. Diese Kunden suchen völlig anders als Privatleute, und die meisten Baustoff-Webseiten sprechen sie überhaupt nicht an.
Ein eigener Abschnitt "Für Handwerksbetriebe und Gewerbekunden" reicht aus. Nennen Sie darin:
- Gewerbekonto mit Kauf auf Rechnung und individuellen Konditionen
- Frühe Abholzeiten am Lager, damit die Kolonne pünktlich auf der Baustelle ist
- Eine feste Ansprechperson mit Namen, Foto und Durchwahl, keine allgemeine Nummer
- Direktlieferung auf die Baustelle inklusive Kran und kurzfristiger Nachlieferung
- Angebote auf Materiallisten, mit einer klaren Zusage, wie schnell diese kommen
- Objektbetreuung bei größeren Bauvorhaben
Ergänzen Sie ein Formular, über das ein Betrieb seine Materialliste hochladen und ein Angebot anfordern kann. Das ist die wertvollste Anfrage, die Ihre Seite erzeugen kann, und sie kostet Sie keine Shop-Software.
5. Beratung und Service sichtbar machen
Alles, was ein Mensch bei Ihnen tut und eine Selbstbedienungskette nicht bietet, gehört auf die Seite. In der Praxis ist das eine erstaunlich lange Liste, die kaum jemand aufschreibt:
- Zuschnitt von Holz, Platten und Glas nach Maß
- Farbmischanlage mit Abtönen nach Vorlage oder Farbmuster
- Schlüsseldienst und Nachschlüssel
- Beratung zu Dämmung, Estrich, Putzaufbau oder Entwässerung durch Fachpersonal
- Aufmaß und Mengenberechnung für Pflaster, Fliesen oder Trockenbau
- Ausstellung für Fliesen, Türen, Böden oder Bäder, gern mit Terminvereinbarung
- Bestellung von Sonderartikeln, die nicht im Regal stehen
Genau diese Punkte beantworten die stille Frage jedes Besuchers: Warum soll ich zu euch fahren statt in den großen Markt an der Autobahn? Wer eine Ausstellung hat, sollte sie mit echten Fotos zeigen, denn eine Fliesenausstellung ist ein Grund für eine Autofahrt.
6. Sortiment zeigen, aber nicht katalogisieren
Ihr Lager hat zehntausende Artikel. Die alle zu pflegen ist Arbeit ohne Gegenwert, und gegen die Preistransparenz der Onlinehändler gewinnen Sie damit ohnehin nicht. Kunden wollen eine viel einfachere Frage beantwortet haben: Bekomme ich bei euch, was ich für mein Vorhaben brauche?
Antworten Sie deshalb über Warengruppen und Marken statt über Artikellisten. Also: Rohbau und Baustoffe, Dach, Holz und Zuschnitt, Fenster und Türen, Fliesen, Boden, Garten und Pflaster, Farben, Werkzeug, Eisenwaren. Dazu die Hersteller, mit denen Sie fest arbeiten. Für Handwerker ist die Marke oft das entscheidende Signal, weil sie damit schon gearbeitet haben.
Wenn Sie Aktionen oder Restposten haben, ist eine kurze, gepflegte Seite dafür wirksamer als ein Prospekt-PDF. Restposten und Sonderposten werden aktiv gesucht, gerade von Selbstbauern.
7. Mitarbeiter und Azubis finden
Fachkräfte im Lager, Kraftfahrer mit Kranschein und Auszubildende im Groß- und Außenhandel sind schwer zu bekommen. Eine Karriereseite ist deshalb kein Beiwerk, sondern oft der Teil der Webseite mit der höchsten wirtschaftlichen Wirkung.
Halten Sie sie einfach: welche Stellen offen sind, was der Arbeitstag konkret bedeutet, geregelte Arbeitszeiten ohne Montage, Fotos vom echten Team statt Symbolbildern und eine unkomplizierte Bewerbung per Formular oder WhatsApp, ohne Anschreiben. Wer eine Ausbildung anbietet, sollte auch das deutlich sagen, denn Eltern und Schüler suchen im Sommer genau danach.
Was Sie weglassen können
- Der Vollsortiment-Onlineshop: zehntausende Artikel mit Beständen und Tagespreisen zu pflegen bindet dauerhaft eine Arbeitskraft und schlägt den Preisvergleich im Netz trotzdem nicht. Anfrageformular und Abholreservierung bringen mehr.
- Die PDF-Preisliste für Baustoffe: ist bei schwankenden Einkaufspreisen sofort veraltet und erzeugt Diskussionen an der Kasse. Nennen Sie stattdessen die planbaren Preise wie Lieferpauschale, Kranstunde und Mietsätze.
- Der reine Prospekt-Download: ein Wochenprospekt als PDF wird auf dem Handy kaum gelesen. Ein paar aktuelle Angebote als normale Seite sind besser und werden zusätzlich bei Google gefunden.
- Schwere Bildergalerien und Startvideos: ein großer Teil Ihrer Besucher steht mit dem Handy im Baumarkt oder auf der Baustelle, oft mit schlechtem Empfang. Schnell schlägt schön.
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Kostenlose Vorschau anfordernHäufige Fragen zur Baumarkt-Webseite
Was muss auf die Webseite eines Baumarkts oder Baustoffhandels? +
Am wichtigsten sind: Öffnungszeiten getrennt nach Markt und Baustofflager, Anfahrt mit Hinweis für Anhänger und Transporter, Ihre Lieferung inklusive Kranentladung und Liefergebiet, der Geräteverleih mit Preisen pro Tag, ein Bereich für Gewerbekunden mit Kauf auf Rechnung, Ihre Serviceleistungen wie Zuschnitt und Farbmischanlage und ein kurzes Anfrageformular für Materiallisten. Ein kompletter Onlineshop ist dagegen selten nötig, weil Baustoffpreise sich laufend ändern und Kunden ohnehin ein Angebot wollen.
Sollte ein Baustoffhandel Preise auf die Webseite schreiben? +
Bei Baustoffen ist eine feste Preisliste unpraktisch, weil Einkaufspreise für Holz, Dämmung, Stahl und Zement stark schwanken und Mengenrabatte die Regel sind. Sinnvoll ist ein zweiteiliger Weg: planbare Preise nennen, also Lieferpauschale, Kranstunde und Tagessätze für Mietgeräte, und für Material ein einfaches Anfrageformular mit Möglichkeit zum Hochladen der Materialliste. Wer verspricht, innerhalb von 24 Stunden ein Angebot zu schicken, gewinnt Anfragen gegen Wettbewerber, die nur eine Telefonnummer zeigen.
Lohnt sich ein Onlineshop für einen Baumarkt? +
Gegen die großen Ketten und reine Onlinehändler ist ein eigener Vollsortiment-Shop kaum zu gewinnen, und die Pflege von tausenden Artikeln mit Beständen und Tagespreisen bindet dauerhaft eine Arbeitskraft. Deutlich wirtschaftlicher sind zwei kleine Bausteine: ein Anfrage- und Reservierungsformular für Material zur Abholung und eine gut gepflegte Seite für den Geräteverleih. Beides bringt Kunden in den Hof statt nur Klicks auf die Seite.
Wie zeige ich den Geräteverleih online richtig? +
Der Verleih verdient eine eigene Seite, denn danach wird sehr gezielt gesucht, etwa nach "Rüttelplatte mieten" plus Ortsname. Auf diese Seite gehören: welche Geräte Sie führen mit einem Foto pro Gerät, der Tagessatz und der Wochenendsatz, die Kaution, ob Anhänger oder Transporter zum Gerät dazugebucht werden können, ob eine Einweisung erfolgt und ob eine Reservierung für ein bestimmtes Wochenende möglich ist. Ein Anfrageformular mit Wunschdatum genügt, ein Buchungssystem brauchen Sie dafür nicht.
Wie erreiche ich Handwerksbetriebe als Stammkunden über die Webseite? +
Handwerker suchen andere Dinge als Privatkunden. Sie wollen wissen, ob Sie früh öffnen, ob es ein Gewerbekonto mit Kauf auf Rechnung gibt, ob eine feste Ansprechperson zuständig ist, ob Sie direkt auf die Baustelle liefern und mit Kran abladen und ob Sie kurzfristig nachliefern können. Ein eigener Abschnitt für Gewerbekunden mit genau diesen Punkten, einem Namen und einer Durchwahl ist wirksamer als jede Werbeanzeige, weil ein einziger gewonnener Betrieb über Jahre kauft.
Was kostet eine professionelle Webseite für einen Baumarkt? +
Einmalkosten bei freien Webdesignern liegen meist zwischen 1.500 und 5.000 Euro, dazu kommen jährliche Hosting- und Pflegekosten. Günstiger einsteigen geht mit einem Webseiten-Abo ab rund 49 Euro pro Monat, das Design, Hosting, Smartphone-Optimierung und kleine Änderungen einschließt, ohne Einrichtungsgebühr und monatlich kündbar. Im Baustoffhandel zählt die laufende Pflege besonders, weil Öffnungszeiten am Lager, Mietgerätepark und Lieferkonditionen aktuell bleiben müssen.
Fazit
Eine gute Webseite für Baumarkt und Baustoffhandel führt keinen Preiskampf gegen die Kette. Sie beantwortet die vier Fragen, mit denen Kunden tatsächlich ankommen: Wann habt ihr am Lager offen, liefert ihr mit Kran auf meine Baustelle, kann ich bei euch das Gerät fürs Wochenende mieten, und bekomme ich als Betrieb ein Angebot auf meine Materialliste.
Wer diese vier Antworten sauber auf die Seite bringt und dazu Zuschnitt, Beratung und Ausstellung sichtbar macht, steht in seiner Region deutlich besser da als der Wettbewerb. Das ist kein Großprojekt. Eine Startseite, eine Seite Lieferung, eine Seite Verleih und ein Bereich für Gewerbekunden reichen aus, und sie müssen vor allem eines sein, nämlich aktuell.
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