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Webseite für Baumarkt und Baustoffhandel: Was Kunden und Handwerker suchen

Niemand googelt nach Schrauben. Gesucht wird nach "Rüttelplatte mieten", "Baustoffe mit Kran liefern lassen" und danach, ob das Lager samstags offen hat. Genau darauf sollte Ihre Seite antworten.

Webfrisch Sascha Heyer · Webfrisch ·

Wer einen regionalen Baumarkt oder einen Baustoffhandel führt, hört den Einwand oft: Gegen Hornbach und Obi kommen wir online sowieso nicht an, also lohnt sich die Webseite nicht. Der erste Teil stimmt. Der zweite ist ein Trugschluss, weil Sie in diesem Wettbewerb gar nicht antreten.

Die Kette gewinnt bei Preis und Sortimentsbreite. Sie gewinnen bei den Dingen, die eine Kette nicht liefert: Material am nächsten Morgen auf der Baustelle, Kranentladung, ein Ansprechpartner, der weiß, welcher Estrich zu welchem Boden passt, und ein Mietgerätepark, der zehn Minuten entfernt steht. Diese Stärken stehen auf den meisten Webseiten in der Branche schlicht nicht drauf. Dieser Artikel zeigt, was stattdessen daraufgehört.

1. Öffnungszeiten: Markt und Lager sind nicht dasselbe

Die häufigste Frage an Ihre Webseite ist auch hier die banalste. Habt ihr auf? Im Baustoffhandel hat sie aber eine Besonderheit, die fast immer untergeht: Verkaufsraum und Baustofflager haben oft unterschiedliche Zeiten. Das Lager öffnet für die Handwerker um sechs oder sieben, schließt mittags oder ist samstags nur bis zwölf besetzt.

Schreiben Sie beide Zeiten getrennt und deutlich sichtbar auf die Startseite. Dazu drei Angaben, die in dieser Branche mehr wert sind als anderswo:

Pflegen Sie dieselben Zeiten auch in Ihrem Google-Unternehmensprofil. Ein großer Teil der Suchen endet direkt dort, ohne dass jemand Ihre Seite öffnet.

2. Lieferung und Kran: Ihr stärkstes Argument gegen die Kette

Eigene Fahrzeuge sind der Punkt, an dem der regionale Handel den Baumarkt in der Kreisstadt schlägt. Wer zwölf Paletten Steine bestellt, will sie nicht abholen, sondern übermorgen früh an der Baustelle stehen haben, sauber abgeladen und an der richtigen Stelle.

Die Lieferung verdient deshalb einen prominenten Platz, nicht eine Fußnote unter Kontakt. Darauf gehören:

Ein einziges gutes Foto vom Kranfahrzeug beim Abladen erklärt Ihr Leistungsversprechen besser als drei Absätze Text. Wenn Sie nur ein Bild für die Seite machen lassen, dann dieses.

3. Geräteverleih: die Seite mit der klarsten Kaufabsicht

Wenn Sie nur eine einzige Unterseite bauen, dann diese. Nach "Rüttelplatte mieten", "Kernbohrgerät leihen", "Gerüst mieten" und "Anhänger mieten" wird zusammen mit dem Ortsnamen gesucht, und zwar von jemandem, der am Wochenende anfangen will und in fünf Minuten entscheidet.

Was dort in wenigen Sekunden beantwortet sein sollte:

Der Verleih ist außerdem ein hervorragender Türöffner. Wer sich einmal die Fliesenschneidemaschine geholt hat, kauft die Fliesen beim nächsten Mal gleich mit.

4. Gewerbekunden: ein gewonnener Handwerker kauft jahrelang

Ihre wertvollsten Kunden sind Betriebe: Maler, Fliesenleger, Dachdecker, Zimmereien, Garten- und Landschaftsbauer, Hausverwaltungen und Bauunternehmen. Diese Kunden suchen völlig anders als Privatleute, und die meisten Baustoff-Webseiten sprechen sie überhaupt nicht an.

Ein eigener Abschnitt "Für Handwerksbetriebe und Gewerbekunden" reicht aus. Nennen Sie darin:

Ergänzen Sie ein Formular, über das ein Betrieb seine Materialliste hochladen und ein Angebot anfordern kann. Das ist die wertvollste Anfrage, die Ihre Seite erzeugen kann, und sie kostet Sie keine Shop-Software.

5. Beratung und Service sichtbar machen

Alles, was ein Mensch bei Ihnen tut und eine Selbstbedienungskette nicht bietet, gehört auf die Seite. In der Praxis ist das eine erstaunlich lange Liste, die kaum jemand aufschreibt:

Genau diese Punkte beantworten die stille Frage jedes Besuchers: Warum soll ich zu euch fahren statt in den großen Markt an der Autobahn? Wer eine Ausstellung hat, sollte sie mit echten Fotos zeigen, denn eine Fliesenausstellung ist ein Grund für eine Autofahrt.

6. Sortiment zeigen, aber nicht katalogisieren

Ihr Lager hat zehntausende Artikel. Die alle zu pflegen ist Arbeit ohne Gegenwert, und gegen die Preistransparenz der Onlinehändler gewinnen Sie damit ohnehin nicht. Kunden wollen eine viel einfachere Frage beantwortet haben: Bekomme ich bei euch, was ich für mein Vorhaben brauche?

Antworten Sie deshalb über Warengruppen und Marken statt über Artikellisten. Also: Rohbau und Baustoffe, Dach, Holz und Zuschnitt, Fenster und Türen, Fliesen, Boden, Garten und Pflaster, Farben, Werkzeug, Eisenwaren. Dazu die Hersteller, mit denen Sie fest arbeiten. Für Handwerker ist die Marke oft das entscheidende Signal, weil sie damit schon gearbeitet haben.

Wenn Sie Aktionen oder Restposten haben, ist eine kurze, gepflegte Seite dafür wirksamer als ein Prospekt-PDF. Restposten und Sonderposten werden aktiv gesucht, gerade von Selbstbauern.

7. Mitarbeiter und Azubis finden

Fachkräfte im Lager, Kraftfahrer mit Kranschein und Auszubildende im Groß- und Außenhandel sind schwer zu bekommen. Eine Karriereseite ist deshalb kein Beiwerk, sondern oft der Teil der Webseite mit der höchsten wirtschaftlichen Wirkung.

Halten Sie sie einfach: welche Stellen offen sind, was der Arbeitstag konkret bedeutet, geregelte Arbeitszeiten ohne Montage, Fotos vom echten Team statt Symbolbildern und eine unkomplizierte Bewerbung per Formular oder WhatsApp, ohne Anschreiben. Wer eine Ausbildung anbietet, sollte auch das deutlich sagen, denn Eltern und Schüler suchen im Sommer genau danach.

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Häufige Fragen zur Baumarkt-Webseite

Was muss auf die Webseite eines Baumarkts oder Baustoffhandels? +

Am wichtigsten sind: Öffnungszeiten getrennt nach Markt und Baustofflager, Anfahrt mit Hinweis für Anhänger und Transporter, Ihre Lieferung inklusive Kranentladung und Liefergebiet, der Geräteverleih mit Preisen pro Tag, ein Bereich für Gewerbekunden mit Kauf auf Rechnung, Ihre Serviceleistungen wie Zuschnitt und Farbmischanlage und ein kurzes Anfrageformular für Materiallisten. Ein kompletter Onlineshop ist dagegen selten nötig, weil Baustoffpreise sich laufend ändern und Kunden ohnehin ein Angebot wollen.

Sollte ein Baustoffhandel Preise auf die Webseite schreiben? +

Bei Baustoffen ist eine feste Preisliste unpraktisch, weil Einkaufspreise für Holz, Dämmung, Stahl und Zement stark schwanken und Mengenrabatte die Regel sind. Sinnvoll ist ein zweiteiliger Weg: planbare Preise nennen, also Lieferpauschale, Kranstunde und Tagessätze für Mietgeräte, und für Material ein einfaches Anfrageformular mit Möglichkeit zum Hochladen der Materialliste. Wer verspricht, innerhalb von 24 Stunden ein Angebot zu schicken, gewinnt Anfragen gegen Wettbewerber, die nur eine Telefonnummer zeigen.

Lohnt sich ein Onlineshop für einen Baumarkt? +

Gegen die großen Ketten und reine Onlinehändler ist ein eigener Vollsortiment-Shop kaum zu gewinnen, und die Pflege von tausenden Artikeln mit Beständen und Tagespreisen bindet dauerhaft eine Arbeitskraft. Deutlich wirtschaftlicher sind zwei kleine Bausteine: ein Anfrage- und Reservierungsformular für Material zur Abholung und eine gut gepflegte Seite für den Geräteverleih. Beides bringt Kunden in den Hof statt nur Klicks auf die Seite.

Wie zeige ich den Geräteverleih online richtig? +

Der Verleih verdient eine eigene Seite, denn danach wird sehr gezielt gesucht, etwa nach "Rüttelplatte mieten" plus Ortsname. Auf diese Seite gehören: welche Geräte Sie führen mit einem Foto pro Gerät, der Tagessatz und der Wochenendsatz, die Kaution, ob Anhänger oder Transporter zum Gerät dazugebucht werden können, ob eine Einweisung erfolgt und ob eine Reservierung für ein bestimmtes Wochenende möglich ist. Ein Anfrageformular mit Wunschdatum genügt, ein Buchungssystem brauchen Sie dafür nicht.

Wie erreiche ich Handwerksbetriebe als Stammkunden über die Webseite? +

Handwerker suchen andere Dinge als Privatkunden. Sie wollen wissen, ob Sie früh öffnen, ob es ein Gewerbekonto mit Kauf auf Rechnung gibt, ob eine feste Ansprechperson zuständig ist, ob Sie direkt auf die Baustelle liefern und mit Kran abladen und ob Sie kurzfristig nachliefern können. Ein eigener Abschnitt für Gewerbekunden mit genau diesen Punkten, einem Namen und einer Durchwahl ist wirksamer als jede Werbeanzeige, weil ein einziger gewonnener Betrieb über Jahre kauft.

Was kostet eine professionelle Webseite für einen Baumarkt? +

Einmalkosten bei freien Webdesignern liegen meist zwischen 1.500 und 5.000 Euro, dazu kommen jährliche Hosting- und Pflegekosten. Günstiger einsteigen geht mit einem Webseiten-Abo ab rund 49 Euro pro Monat, das Design, Hosting, Smartphone-Optimierung und kleine Änderungen einschließt, ohne Einrichtungsgebühr und monatlich kündbar. Im Baustoffhandel zählt die laufende Pflege besonders, weil Öffnungszeiten am Lager, Mietgerätepark und Lieferkonditionen aktuell bleiben müssen.

Fazit

Eine gute Webseite für Baumarkt und Baustoffhandel führt keinen Preiskampf gegen die Kette. Sie beantwortet die vier Fragen, mit denen Kunden tatsächlich ankommen: Wann habt ihr am Lager offen, liefert ihr mit Kran auf meine Baustelle, kann ich bei euch das Gerät fürs Wochenende mieten, und bekomme ich als Betrieb ein Angebot auf meine Materialliste.

Wer diese vier Antworten sauber auf die Seite bringt und dazu Zuschnitt, Beratung und Ausstellung sichtbar macht, steht in seiner Region deutlich besser da als der Wettbewerb. Das ist kein Großprojekt. Eine Startseite, eine Seite Lieferung, eine Seite Verleih und ein Bereich für Gewerbekunden reichen aus, und sie müssen vor allem eines sein, nämlich aktuell.

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