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Webseite für Möbelhaus und Einrichtungshaus: Warum Kunden vorher online schauen

Möbel werden im Laden gekauft, aber die Entscheidung, in welchen Laden man fährt, fällt vorher auf dem Sofa am Handy. Genau diese Entscheidung gewinnt oder verliert Ihre Webseite.

Webfrisch Sascha Heyer · Webfrisch ·

Kaum eine Branche hört das Argument so oft wie der Möbelhandel: Wir verkaufen doch nicht online, wozu also eine gute Webseite. Der erste Teil stimmt fast immer. Ein Sofa wird probegesessen, eine Matratze probegelegen, eine Küche geplant. Der Schluss daraus ist trotzdem falsch.

Denn die Kaufentscheidung beginnt nicht in Ihrer Ausstellung, sondern zwei Wochen vorher am Küchentisch. Dort wird entschieden, ob man am Samstag zu Ihnen fährt oder ins Möbelzentrum an der Autobahn. Diese Vorentscheidung fällt fast vollständig online, und sie hängt an wenigen konkreten Fragen: Was habt ihr überhaupt da, was kostet die Lieferung, nehmt ihr die alten Möbel mit, und bekomme ich einen Beratungstermin.

Die meisten Webseiten regionaler Möbelhäuser beantworten keine dieser Fragen. Sie zeigen Herstellerbilder, einen Prospekt als PDF und eine Telefonnummer. Dieser Artikel zeigt, was stattdessen daraufgehört.

1. Die eigene Ausstellung zeigen, nicht den Herstellerkatalog

Der häufigste Fehler in dieser Branche ist schnell benannt: Auf der Seite stehen die Renderings der Lieferanten. Diese Bilder sehen bei jedem Händler in Deutschland gleich aus. Sie beantworten die einzige Frage nicht, die der Besucher wirklich hat, nämlich ob sich die halbe Stunde Autofahrt zu Ihnen lohnt.

Fotografieren Sie Ihr eigenes Haus. Eine Seite pro Wohnbereich reicht: Wohnen, Schlafen, Esszimmer, Küche, Büro, Garten. Auf jede Seite gehören ein paar ehrliche Aufnahmen und drei Angaben, die überraschend selten dastehen:

Ein aktuelles, ordentliches Handyfoto Ihrer echten Ausstellungsfläche ist dabei mehr wert als ein zehn Jahre altes Profifoto einer Einrichtung, die längst umgebaut wurde. Ehrlichkeit schlägt Hochglanz, weil der Kunde beim Betreten des Hauses sofort merkt, ob die Bilder gestimmt haben.

2. Lieferung, Montage und Altmöbel: Ihr Argument gegen den Versandhandel

Hier liegt der Punkt, an dem der regionale Händler gegen jeden Onlineversender gewinnt, und er steht auf kaum einer Webseite. Wer online bestellt, bekommt Kartons an die Bordsteinkante. Bei Ihnen kommen zwei Leute, tragen in den ersten Stock, bauen auf, nehmen die Verpackung mit und den alten Schrank gleich dazu.

Das ist ein Verkaufsargument, kein Kleingedrucktes. Es gehört auf eine eigene Seite mit konkreten Angaben:

Gerade der letzte Punkt lohnt Mut zur Ehrlichkeit. Lange Lieferzeiten bei Möbeln sind bekannt. Wer sie offen nennt, wirkt seriös und spart sich enttäuschte Kunden. Wer sie verschweigt, bekommt die Diskussion später am Telefon.

3. Der Planungstermin ist Ihr wichtigstes Formular

Eine Küche, ein Schlafzimmer oder ein Einbauschrank werden nicht gekauft, sondern geplant. Der Termin dafür ist der eigentliche Abschluss, den Ihre Webseite erzeugen soll. Trotzdem endet die Beratungsseite meist bei "Rufen Sie uns an".

Machen Sie daraus einen leichten Weg. Pro Beratungsleistung eine kurze Seite, also Küchenplanung, Schlaf- und Matratzenberatung, Polstermöbel nach Maß, Einrichtungsberatung beim Kunden zu Hause. Darauf jeweils:

Wer zusätzlich Aufmaß vor Ort, Elektro- und Wasseranschluss über Partnerbetriebe, Entsorgung der alten Küche und Finanzierung anbietet, sollte das genau hier nennen. Das sind die stillen Sorgen, die einen Küchenkauf aufschieben.

4. Sofortmitnahme und Abverkauf: die Seite mit der schnellsten Wirkung

Ein Teil Ihrer Kunden hat es eilig. Die Waschmaschine ist ausgelaufen, der Besuch kommt am Wochenende, die neue Wohnung ist leer. Diese Menschen suchen nach "Möbel sofort mitnehmen" und nach "Ausstellungsstücke reduziert" mit dem Ortsnamen dahinter, und sie kaufen am selben Tag.

Eine gepflegte Seite für Ausstellungsstücke, Abverkauf und Sofortmitnahme ist deshalb der schnellste Umsatzhebel Ihrer Webseite. Ein Foto, der alte und der neue Preis, die Maße, der Standort im Haus und der Hinweis, ob das Stück noch verfügbar ist. Mehr braucht es nicht.

Zwei Regeln machen den Unterschied. Erstens: verkaufte Stücke müssen weg von der Seite, sonst wird aus dem Lockangebot ein Ärgernis. Zweitens: ein Datum wie "Stand 12. Juli" darüber. Es kostet nichts und macht die Liste sofort glaubwürdig.

5. Öffnungszeiten, Anfahrt und Parken

So banal es klingt, dies bleibt die meistgestellte Frage an jede Webseite eines Ladengeschäfts. Beim Möbelhaus kommen ein paar Besonderheiten dazu, die den Besuch planbar machen:

Pflegen Sie dieselben Zeiten in Ihrem Google-Unternehmensprofil. Ein großer Teil der Suchen endet direkt dort, ohne dass jemand Ihre Seite öffnet.

6. Vertrauen: warum es das Haus seit 1968 gibt

Möbel sind eine große Anschaffung mit langer Lieferzeit und Anzahlung. Die Frage im Hinterkopf des Kunden lautet: Gibt es euch in acht Wochen noch, wenn die Couch kommt. Nach den Insolvenzen der letzten Jahre in dieser Branche ist das keine unhöfliche Frage, sondern eine berechtigte.

Beantworten Sie sie aktiv. Eine kurze Seite über den Betrieb wirkt hier stärker als in fast jeder anderen Branche:

7. Was Sie weglassen können

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Häufige Fragen zur Möbelhaus-Webseite

Was muss auf die Webseite eines Möbelhauses? +

Am wichtigsten sind: Öffnungszeiten und Anfahrt mit Parkplatzhinweis, echte Fotos der eigenen Ausstellung statt Herstellerbilder, die geführten Marken und Wohnbereiche, Lieferung und Montage mit klaren Preisen und Lieferzeiten, die Mitnahme der alten Möbel, ein Weg zum kostenlosen Planungstermin für Küche, Schlafzimmer oder Polstermöbel und ein Hinweis darauf, was sofort mitgenommen werden kann. Ein vollständiger Onlineshop ist dagegen selten sinnvoll, weil Möbel fast immer nach Beratung und Probesitzen gekauft werden.

Braucht ein regionales Möbelhaus einen Onlineshop? +

In den meisten Fällen nicht. Ein Möbelsortiment mit Varianten für Stoff, Farbe, Maß und Ausführung online abzubilden ist aufwendig, und gegen die großen Versender gewinnt man im reinen Preisvergleich ohnehin nicht. Wirtschaftlicher sind zwei kleine Bausteine: eine gepflegte Seite mit Ausstellungsstücken und Abverkauf zur Sofortmitnahme sowie ein Formular für einen Beratungs- oder Planungstermin. Beides bringt Menschen in die Ausstellung, und dort wird der Umsatz gemacht.

Wie zeige ich meine Ausstellung online am besten? +

Mit eigenen Fotos aus dem eigenen Haus, nicht mit Katalogbildern der Hersteller. Katalogbilder sehen bei jedem Händler gleich aus und beantworten die entscheidende Frage nicht, nämlich ob sich die Fahrt zu Ihnen lohnt. Sinnvoll ist eine Seite pro Wohnbereich, also Wohnen, Schlafen, Küche, Esszimmer, Büro und Outdoor, mit jeweils einigen guten Aufnahmen, der Angabe wie viele Musterküchen oder Boxspringbetten aufgebaut sind und einem Satz dazu, was in diesem Bereich bestellbar ist. Aktuelle Handyfotos schlagen dabei alte Profifotos einer Ausstellung, die es so nicht mehr gibt.

Soll ich Lieferung und Montage mit Preis auf die Webseite schreiben? +

Ja, denn genau danach wird gefragt und genau daran scheitert der Vergleich mit dem Onlineversand. Nennen Sie das Liefergebiet mit Ortsnamen, die Lieferpauschale, ob bis zur Verwendungsstelle geliefert wird, ob Ihr eigenes Team montiert, was die Montage kostet, ob die alten Möbel mitgenommen und entsorgt werden und ob die Verpackung wieder mitgeht. Ein regionales Haus, das liefert, aufbaut und den alten Schrank mitnimmt, hat hier ein Argument, das kein Paketversand einlösen kann.

Wie bekomme ich über die Webseite mehr Küchen- und Beratungstermine? +

Mit einem eigenen, sehr einfachen Weg zum Termin. Eine kurze Seite pro Beratungsleistung, also Küchenplanung, Schlaf- und Matratzenberatung, Polstermöbel nach Maß und Einrichtungsberatung vor Ort, mit drei Sätzen zum Ablauf, der Dauer, dem Hinweis dass die Planung kostenlos und unverbindlich ist und einem Formular mit Wunschtermin und der Möglichkeit, den Grundriss als Foto anzuhängen. Wichtig ist auch die Zusage, wie schnell Sie sich zurückmelden. Ein Buchungssystem ist dafür nicht nötig.

Was kostet eine professionelle Webseite für ein Möbelhaus? +

Einmalkosten bei freien Webdesignern liegen meist zwischen 1.500 und 5.000 Euro, dazu kommen jährliche Hosting- und Pflegekosten. Günstiger einsteigen geht mit einem Webseiten-Abo ab rund 49 Euro pro Monat, das Design, Hosting, Smartphone-Optimierung und kleine Änderungen einschließt, ohne Einrichtungsgebühr und monatlich kündbar. Bei einem Möbelhaus zählt die laufende Pflege besonders, weil Ausstellungsstücke, Abverkauf und Aktionen wechseln und veraltete Angebote schnell unglaubwürdig wirken.

Fazit

Eine gute Webseite für ein Möbelhaus verkauft keine Möbel. Sie verkauft die Fahrt zu Ihnen. Dafür muss sie vier Fragen beantworten, die ein Interessent tatsächlich mitbringt: Was steht bei euch wirklich in der Ausstellung, was kostet Lieferung und Montage und nehmt ihr das Alte mit, wie schnell bekomme ich einen Beratungstermin, und gibt es etwas, das ich heute noch mitnehmen kann.

Wer diese vier Antworten mit eigenen Bildern und konkreten Zahlen auf die Seite bringt und dazu ehrlich erzählt, wer hinter dem Haus steht, hat gegenüber dem Möbelzentrum an der Autobahn genau den Vorsprung, den ein regionaler Händler haben kann. Das ist kein Großprojekt. Eine Startseite, ein paar Bereichsseiten, eine Seite Lieferung und Montage, eine Seite Beratungstermin und eine gepflegte Abverkaufsliste reichen aus. Wichtig ist vor allem, dass sie aktuell bleiben.

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