Ein Hotelier in der Region hat uns die Frage neulich schön auf den Punkt gebracht: „Die Hälfte meiner Gäste im Sommer kommt aus Berlin, aber ein guter Teil aus dem Ausland. Muss meine Seite jetzt auf Englisch sein?" Die Antwort darauf ist selten ein klares Ja oder Nein. Sie hängt davon ab, wer tatsächlich auf Ihrer Seite landet und was diese Menschen dort suchen. Gehen wir das der Reihe nach durch.
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf Ihre Gäste an
Eine zweite Sprache ist kein Prestigeprojekt, sondern ein Werkzeug. Sie lohnt sich genau dann, wenn Sie regelmäßig Menschen bedienen, die kein Deutsch sprechen. Typische Fälle, in denen sich der Aufwand auszahlt:
- Hotels und Pensionen in Tourismusregionen, die internationale Gäste beherbergen.
- Restaurants und Cafés in Ausflugsorten oder in der Nähe von Sehenswürdigkeiten.
- Betriebe nahe der Grenze, bei denen ein großer Teil der Kundschaft aus dem Nachbarland kommt.
- Anbieter, die gezielt eine internationale Zielgruppe ansprechen, etwa Ferienwohnungen oder Erlebnisangebote.
Und genauso ehrlich der Gegenfall: Ein Malerbetrieb, ein Friseur oder eine Bäckerei, die nur den deutschsprachigen Umkreis bedienen, brauchen in aller Regel keine englische Seite. Der Aufwand würde niemandem nützen. Fragen Sie sich also zuerst nicht „wäre das schön", sondern „gibt es genug Menschen, die das wirklich lesen".
Welche Sprache zuerst?
Wenn eine zweite Sprache Sinn ergibt, ist die nächste Frage: welche? Der Fehler wäre, gleich fünf Sprachen zu wollen. Fangen Sie mit der einen an, die für Ihre Gäste am meisten zählt:
- Englisch ist fast immer die richtige erste Wahl. Es ist die Sprache, die die meisten internationalen Gäste zumindest lesen, egal woher sie kommen.
- Die Sprache des Nachbarlands, wenn Sie grenznah arbeiten. In Brandenburg ist das für viele Betriebe Polnisch, anderswo Tschechisch, Niederländisch oder Französisch.
- Die Sprache einer großen Gemeinschaft vor Ort, wenn Sie eine klar erkennbare Kundengruppe haben, die eine bestimmte Sprache spricht.
Eine Sprache gut gemacht ist mehr wert als drei halbherzig. Sie können später jederzeit eine weitere ergänzen, wenn sich zeigt, dass es sich lohnt.
Sie müssen nicht alles übersetzen
Das ist die größte Entlastung an dieser Stelle: Eine mehrsprachige Seite heißt nicht, dass jedes Wort in jeder Sprache stehen muss. Übersetzt gehören nur die Seiten, die ein fremdsprachiger Gast wirklich braucht, um bei Ihnen zu landen und zu buchen:
- die Startseite mit dem Wichtigsten auf einen Blick,
- Ihr Angebot: die Zimmer, die Speisekarte, die Leistungen,
- Preise, sofern Sie welche zeigen,
- Buchung oder Kontakt, damit die Anfrage klappt,
- Anfahrt und Öffnungszeiten, damit der Gast auch wirklich ankommt.
Was dagegen ruhig auf Deutsch bleiben darf: Impressum und Datenschutz (das sind rechtliche Texte, die auf Deutsch korrekt sind), Ihr Blog oder Ihre Aktuelles-Seite und alles andere, was für die eigentliche Entscheidung nicht nötig ist. Konzentrieren Sie die Mühe auf die Handvoll Seiten, die zählen.
Warum der Google-Übersetzen-Knopf keine Lösung ist
Es liegt nahe, einfach einen kleinen Knopf einzubauen, der die Seite automatisch übersetzt. Bitte tun Sie das nicht als Ersatz für eine echte Sprachversion. Drei Gründe:
- Es wirkt unseriös. Automatische Übersetzungen holpern, gerade bei Speisekarten und Fachbegriffen. „Schweinshaxe" oder „Zander nach Müllerin Art" werden dabei schnell zu etwas Unfreiwillig-Komischem. Das untergräbt genau den guten Eindruck, den Sie machen wollen.
- Es bringt nichts für die Auffindbarkeit. Google sieht nur Ihre deutsche Seite und zeigt sie auch nur bei deutschen Suchanfragen. Ein Tourist, der auf Englisch sucht, findet Sie so nicht.
- Es ist überflüssig. Wer wirklich schnell etwas nachschlagen will, kann seinen eigenen Browser mit einem Klick alles übersetzen lassen. Dafür müssen Sie keinen wackeligen Knopf einbauen.
Eine echte zweite Sprachversion mit sauber übersetzten Texten ist der bessere Weg. Und ja, sie kostet einmal etwas Arbeit, aber sie sieht danach aus wie aus einem Guss.
Damit Google die richtige Sprache zeigt
Damit eine mehrsprachige Seite technisch etwas taugt, gehören zwei unsichtbare Dinge dazu. Sie klingen technisch, sind aber schnell erklärt:
- Eigene Adressen je Sprache. Die englische Version bekommt eine eigene Unterseite, zum Beispiel ihre-seite.de/en/. So kann Google sie sauber getrennt in den Suchindex aufnehmen.
- Ein hreflang-Kennzeichen. Das ist ein kleiner Hinweis im Quelltext, der Google sagt: Diese Seite gibt es auf Deutsch und auf Englisch, und so gehören die Versionen zusammen. Damit zeigt Google jedem den passenden Treffer.
Dazu kommt ein gut sichtbarer Sprachumschalter (meist oben rechts, mit dem Kürzel DE / EN), damit jeder Besucher selbst wechseln kann. Ist das sauber gemacht, taucht Ihr Betrieb auch bei englischen Suchanfragen auf, etwa bei einem hotel near Beelitz. Mehr dazu, wie Google lokale Betriebe überhaupt findet, steht in unserem Beitrag zu lokaler Suchmaschinen-Sichtbarkeit.
Die Kurzfassung
Eine zweite Sprache lohnt sich nur, wenn Sie wirklich Gäste haben, die kein Deutsch sprechen. Dann übersetzen Sie nicht alles, sondern nur die Seiten, die zum Buchen nötig sind (Start, Angebot, Preise, Kontakt, Anfahrt). Ein automatischer Übersetzen-Knopf ist keine Lösung, er wirkt unseriös und bringt nichts bei Google. Besser ist eine echte Sprachversion mit eigener Adresse, hreflang und einem Umschalter. Und lieber eine Sprache gut als drei halbherzig.
Der Haken: Pflege
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Jede Sprache verdoppelt die Pflege. Ändern sich Ihre Öffnungszeiten, ein Preis oder ein Gericht, muss das in jeder Sprachversion nachgezogen werden. Steht die englische Speisekarte noch auf dem Stand vom letzten Jahr, ärgert das den Gast mehr, als hätte es sie nie gegeben. Genau deshalb raten wir zu wenig, aber gepflegt: eine zweite Sprache, die wirklich stimmt, statt vier, die schnell veralten. Wenn wir Ihre Seite betreuen, halten wir beide Sprachstände bei Änderungen synchron, damit genau das nicht passiert.
Häufige Fragen
Braucht jede Webseite eine englische Version?+
Nein. Eine zweite Sprache lohnt sich nur, wenn Sie wirklich Gäste oder Kunden haben, die kein Deutsch sprechen. Ein Hotel, eine Pension oder ein Restaurant in einer Tourismusregion, ein Betrieb nahe der Grenze oder einer, der viele internationale Gäste bedient, profitiert davon. Ein Handwerker, der nur den deutschsprachigen Umkreis bedient, braucht sie in aller Regel nicht. Fragen Sie sich zuerst, wer tatsächlich auf Ihrer Seite landet.
Reicht ein Google-Übersetzen-Knopf auf der Webseite?+
Für einen professionellen Auftritt nicht. So ein automatischer Übersetzen-Knopf wirkt schnell unseriös, er übersetzt gerade Speisekarten und Fachbegriffe oft falsch oder komisch, und Google zeigt Ihre Seite dadurch nicht in englischen Suchergebnissen. Besser ist eine echte zweite Sprachversion mit ordentlich übersetzten Texten für die Seiten, die wirklich zählen. Wer selbst schnell etwas nachschlagen will, kann seinen Browser ohnehin auf Knopfdruck übersetzen lassen.
Welche Seiten sollte ich übersetzen?+
Nur die, die ein fremdsprachiger Gast wirklich braucht: Startseite, Angebot (Zimmer, Speisekarte, Leistungen), Preise, Buchung oder Kontakt, Anfahrt und Öffnungszeiten. Rechtstexte wie Impressum und Datenschutz dürfen auf Deutsch bleiben, und Ihren Blog oder Aktuelles müssen Sie nicht übersetzen. Weniger, aber sauber übersetzt, ist besser als alles halbherzig.
Hilft eine zweite Sprache dabei, bei Google gefunden zu werden?+
Ja, wenn sie technisch sauber umgesetzt ist. Jede Sprache bekommt eine eigene Adresse (zum Beispiel /en/) und ein sogenanntes hreflang-Kennzeichen, das Google sagt, welche Version zu welcher Sprache gehört. Dann taucht Ihre Seite auch bei englischen Suchanfragen auf, etwa wenn ein Tourist nach hotel near Beelitz sucht. Ein reiner Übersetzen-Knopf bringt diesen Effekt nicht.
Eine Seite, die auch internationale Gäste abholt
Wenn ein guter Teil Ihrer Gäste aus dem Ausland kommt, richten wir Ihre Seite sauber zweisprachig ein: eine echte englische Version der Seiten, die zählen, mit eigener Adresse, hreflang und einem klaren Umschalter. Bei Änderungen halten wir beide Sprachen synchron. Zuerst zeigen wir Ihnen kostenlos eine Vorschau Ihrer neuen Seite, entscheiden können Sie danach.
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