Gastgewerbe & Unterkunft

Pension und Hotel: Was auf die Webseite muss, damit Gäste direkt buchen

Wer ausschließlich auf Booking.com setzt, zahlt 15 bis 25 Prozent Provision pro Buchung. Eine eigene Webseite, die Vertrauen aufbaut und einen klaren Buchungsweg bietet, kann das ändern. Hier ist, worauf es ankommt.

Sascha Heyer · · 7 Min. Lesezeit

Viele Pensions- und Hotelbesitzer haben ein Booking.com-Profil und gehen davon aus, damit seien sie sichtbar genug. Das stimmt auch, aber zu einem Preis: 15 bis 25 Prozent Provision pro Buchung, je nach Vereinbarung. Wer 50 Buchungen im Jahr über das Portal macht, gibt einen erheblichen Teil seines Umsatzes ab. Und das, obwohl viele Gäste nach dem ersten Blick auf Booking.com gezielt nach dem Haus suchen, um direkt zu buchen. Ohne eigene Webseite landen sie dann wieder beim Portal.

Dabei braucht eine Pension keine aufwendige Buchungsplattform. Was Gäste wirklich suchen, ist überschaubar. Und eine Webseite, die das liefert, ist mit vertretbarem Aufwand zu erstellen.

Was Gäste auf der Webseite einer Pension suchen

Wer eine Unterkunft bucht, trifft eine sehr persönliche Entscheidung. Erst recht in einer Pension, wo oft der Betreiber selbst die Frühstücksbrötchen schneidet. Gäste wollen sich vorstellen, wie es sich anfühlt, dort zu übernachten. Das bedeutet, sie suchen folgendes:

Was überraschend viele Pensions-Webseiten nicht haben: einen klaren Buchungsweg. Fotos sind da, Texte auch, aber der entscheidende Schritt, wie genau man ein Zimmer reserviert, bleibt unklar. Das ist der häufigste Grund, warum potenzielle Gäste zur Buchungsplattform zurückgehen.

Warum eine eigene Webseite trotz Booking.com wichtig ist

Booking.com bringt Sichtbarkeit, das ist unbestritten. Aber es bringt eine Sichtbarkeit, die Ihnen nicht gehört. Der Gast befindet sich auf einer Plattform, die ihn gleichzeitig mit Ihrer Konkurrenz konfrontiert. Preis, Bewertungsschnitt, Lage, Verfügbarkeit: alles wird verglichen. Und jede Buchung kostet Provision.

Die meisten Gäste, die sich für Ihre Pension interessieren, werden Ihren Namen suchen, bevor sie buchen. Wenn sie dabei auf eine leere Seite oder gar keine Webseite stoßen, verlieren Sie das Vertrauen, das Sie gerade aufgebaut hatten. Mit einer eigenen Webseite behalten Sie die Kontrolle über diesen Moment.

In der Praxis

Ein Direktbuchungs-Vorteil, klein und konkret, senkt die Hemmschwelle: "Direkt bei uns buchen? Frühstück inbegriffen" oder "Direktbucher zahlen keinen Aufpreis." Das kostet Sie weniger als die Provision, die Sie dadurch einsparen.

Die fünf wichtigsten Elemente einer Pension-Webseite

1. Echte Fotos, keine Stockbilder

Ein Foto, das mit dem Smartphone bei gutem Tageslicht aufgenommen wurde, ist immer besser als ein Stockbild eines beliebigen Hotelzimmers. Gäste wollen sehen, wie es bei Ihnen wirklich aussieht. Zeigen Sie Ihre Zimmer, Ihren Frühstücksraum, den Garten, die Aussicht. Frisch bezogene Betten, aufgeräumte Bäder. Zwei bis drei Fotos pro Zimmer reichen.

2. Preise zumindest als Richtwert

"Preise auf Anfrage" kostet Sie Buchungen. Die meisten Menschen wollen wissen, ob sich eine Anfrage für sie lohnt, bevor sie schreiben. Ein Satz wie "Zimmer ab 65 Euro pro Nacht, Frühstück inklusive, Preise je nach Saison" ist ausreichend. Sie können trotzdem verhandeln und differenzieren, aber der erste Eindruck muss stimmen.

3. Lage und Anreise auf einen Blick

Eine eingebundene Google-Maps-Karte und drei kurze Sätze zur Anreise sind Pflicht. Wo parkt man? Wie weit ist der Bahnhof? Gibt es eine Lademöglichkeit für E-Autos? Für Fahrradtouristen: Wo wird das Rad sicher abgestellt? Diese Details entscheiden mit, ob jemand überhaupt anfrägt.

4. Buchungsweg ohne Umwege

Das Einfachste funktioniert am besten: Ein Formular mit Anreisedatum, Abreisedatum, Personenzahl und Nachrichtenfeld. Wer mehr Automatisierung will, kann einen externen Buchungskalender einbinden. Aber selbst ohne das ist ein gut sichtbares Formular mehr wert als eine fehlende Möglichkeit zur Direktbuchung.

5. Mobiloptimierung

Über 70 Prozent der Hotelsuchen laufen auf dem Smartphone. Eine Webseite, auf der man zoomen oder scrollen muss, um die Telefonnummer zu finden, verliert diese Gäste. Schriftgrößen, Abstände, Bilder, Buchungsformular: alles muss auf einem 375 Pixel breiten Bildschirm funktionieren, ohne Abstriche.

Booking.com und eigene Webseite: kein Entweder-oder

Das Ziel ist nicht, Booking.com sofort zu verlassen. Das Portal bringt neue Gäste, besonders solche, die Ihren Namen noch nicht kennen. Die eigene Webseite ist der Ort, an den Sie Stammgäste und Interessenten leiten, die mehr über Sie wissen wollen.

Langfristig können Sie Ihre Präsenz auf dem Portal reduzieren, wenn Ihre Direktbuchungen wachsen. Viele kleine Pensions- und Hotelbesitzer schaffen es, die Booking.com-Quote auf 30 bis 40 Prozent zu senken, wenn ihre eigene Webseite gut funktioniert.

Was Google mit Ihrer Pension-Webseite macht

Google indexiert Ihre Webseite und zeigt sie bei lokalen Suchanfragen. Das bedeutet: Wenn jemand "Pension Beelitz" oder "Übernachten Fläming" sucht, kann Ihre Webseite erscheinen. Booking.com wird dabei fast immer weiter oben stehen, das stimmt. Aber direkt darunter erscheinen häufig einzelne Unterkünfte mit gutem Google-Unternehmensprofil und eigener Webseite.

Besonders wichtig: Wenn jemand gezielt nach Ihrem Hausnamen sucht, Pension Hofgeflüster zum Beispiel, dann sollte Ihre eigene Webseite an erster Stelle erscheinen, nicht Booking.com. Wer bei diesem Treffer verliert, verliert einen Gast, der schon fast überzeugt war.

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Häufige Fragen zur Pension-Webseite

Was suchen Gäste auf der Webseite einer Pension?+

Gäste suchen auf der Webseite einer Pension vor allem: Fotos der Zimmer (hell, aufgeräumt, realistisch), Preise pro Nacht und Frühstücksoption, Lage und Anreise (Karte, Parkplatz, Bahnhof), Ausstattung (WLAN, TV, Bad, Balkon), Kontakt für eine direkte Buchungsanfrage. Ein klarer Buchungsbutton oder ein einfaches Anfrage-Formular ist das Wichtigste. Wer das nicht findet, schaut bei Booking.com nach, wo Ihr Zimmer mit Provision angeboten wird.

Braucht eine Pension eine eigene Webseite, wenn sie auf Booking.com ist?+

Ja, dringend. Booking.com nimmt 15 bis 25 Prozent Provision pro Buchung. Wer dort bucht, landet beim Portal, nicht bei Ihrer Pension. Viele Gäste schauen sich auf Booking.com um und suchen dann direkt nach dem Haus, um günstiger zu buchen. Ohne eigene Webseite verlieren Sie genau diese Interessenten wieder an das Portal. Eine einfache, gut gestaltete Pension-Webseite ist die günstigste Möglichkeit, Direktbuchungen zu gewinnen und die Provision einzusparen.

Wie bekommt eine Pension mehr Direktbuchungen ohne Booking.com?+

Direktbuchungen entstehen, wenn potenzielle Gäste Ihr Haus direkt finden und Ihnen vertrauen. Dafür brauchen Sie: eine eigene Webseite mit echten Fotos und klarem Buchungsweg, einen aktuellen Google-Unternehmensprofil-Eintrag mit Ihrer Webseite verlinkt, gute Bewertungen auf Google (die bitten Sie Ihre zufriedenen Gäste um), und einen direkten Buchungslink oder ein Anfrageformular. Wer die Direktbuchung noch attraktiver machen will, bietet auf der eigenen Seite einen kleinen Direktbucher-Vorteil an, zum Beispiel kostenloses Frühstück oder spätes Auschecken.

Welche Fotos braucht eine Pension auf der Webseite?+

Fotos sind der wichtigste Entscheidungsfaktor bei der Zimmerbuchung. Empfehlenswert sind: jedes Zimmer von zwei bis drei Seiten (hell und aufgeräumt), das Bad, der Frühstücksraum oder Gemeinschaftsbereich, die Außenansicht des Hauses, und wenn vorhanden Garten, Terrasse oder Besonderheiten wie eine Sauna. Smartphones mit gutem Kamerasystem genügen, solange das Licht stimmt. Am besten morgens bei natürlichem Licht fotografieren, Betten frisch beziehen. Professionelle Fotos sind ein Bonus, aber keine Voraussetzung für eine überzeugende Präsentation.

Was kostet eine Webseite für eine Pension oder ein kleines Hotel?+

Die Spanne ist groß. Große Agenturen verlangen für Hotel-Webseiten 3.000 bis 10.000 Euro. Als lokale Pension ist das selten nötig. Eine professionell gestaltete Webseite, die Gäste überzeugt und auf dem Handy einwandfrei funktioniert, bekommen Sie bei einem spezialisierten Anbieter für 49 Euro im Monat im Abo oder ab 690 Euro als Einmalkauf. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern ob die Seite auf dem Smartphone gut aussieht, schnell lädt und einen klaren Buchungsweg hat.

Kann eine kleine Pension Direktbuchungen über die eigene Webseite anbieten?+

Ja. Die einfachste Lösung ist ein Kontaktformular mit den Feldern Anreisedatum, Abreisedatum, Personenzahl und einer kurzen Nachricht. Gäste schreiben ihre Anfrage, Sie antworten mit Verfügbarkeit und Bankdaten oder PayPal für eine Anzahlung. Das kostet nichts und vermeidet jede Buchungsportal-Provision. Wer mehr möchte, kann einen externen Buchungskalender wie Lodgify oder Smoobu einbinden, das lohnt sich aber erst ab einer gewissen Auslastung. Für den Anfang reicht ein gepflegtes Formular.

Wie finden Gäste eine Pension über Google?+

Über lokale Suchanfragen wie 'Pension [Stadtname]', 'Übernachten in [Region]', 'Zimmer frei [Ort]' oder 'Bed and Breakfast [Gegend]'. Google zeigt dabei oft zuerst Booking.com und HRS, dann erst einzelne Pensions-Webseiten. Um sichtbar zu sein, brauchen Sie einen vollständigen Google-Unternehmensprofil-Eintrag (kostenlos, mit Fotos und aktuellen Öffnungszeiten) und eine eigene Webseite, die Google indexieren kann. Pensions-Webseiten mit echten Texten zu Lage, Ausstattung und Umgebung ranken auf Dauer besser als leere Seiten mit nur Buchungswidget.

Was ist der Unterschied zwischen einer Pension-Webseite und einem Profil auf Booking.com?+

Auf Booking.com sind Sie ein Eintrag unter Tausenden. Der Gast vergleicht Sie mit dem Nachbarhotel. Bei einer eigenen Webseite entscheidet er sich für Sie und Ihren Betrieb. Sie bestimmen, was er sieht, in welcher Reihenfolge, welche Geschichte Sie erzählen. Außerdem kostet eine Direktbuchung über Ihre Webseite keine Provision. Ein Booking.com-Profil ist kein Ersatz für eine eigene Webseite, sondern bestenfalls eine zusätzliche Sichtbarkeit. Aber der Verkehr sollte langfristig auf Ihre eigene Seite gelenkt werden.

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