Eine Metzgerei lebt von Stammkunden, von der Laufkundschaft in der Mittagspause und von den planbaren Bestellungen rund um Feiern und die Grillsaison. Alle drei Gruppen greifen heute zuerst zum Smartphone: Was gibt es diese Woche, macht ihr einen Partyservice für Samstag, und woher kommt euer Fleisch? Wer darauf keine schnelle Antwort findet, kauft dort, wo es online klarer ist, oder gleich im Supermarkt.
Eine Metzgerei-Webseite ist dabei etwas anderes als eine Restaurant- oder Bäckereiseite. Es geht nicht um Reservierung oder eine Abendkarte, sondern um Sortiment, Partyservice, Vorbestellungen und vor allem Vertrauen in die Herkunft. Dieser Artikel zeigt, was wirklich draufgehört und was Sie sich sparen können.
1. Das Sortiment sichtbar machen
Fleisch und Wurst verkaufen sich über das Auge und über das Vertrauen. Trotzdem steht auf vielen Metzgerei-Webseiten nur "Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung" und daneben ein graues Stockfoto einer fremden Theke. Zeigen Sie stattdessen echte Fotos Ihrer eigenen Ware, denn genau die zeigen, wofür Ihr Betrieb steht.
Sie müssen nicht jedes Produkt einzeln mit tagesaktuellem Preis auflisten, das ändert sich zu oft und veraltet schnell. Gruppieren Sie stattdessen nach Kategorien:
- Fleisch: nach Tierart geordnet (Rind, Schwein, Kalb, Geflügel, Lamm), gern mit einem Wort zu Besonderheiten wie Dry-Aged oder Weiderind
- Wurst und Hausmacher: Ihre eigenen Spezialitäten, das stärkste Argument gegen den Discounter
- Grillen und Marinaden: Grillgut, Spieße, marinierte Artikel, im Sommer nach vorne geholt
- Feinkost und Salate: was in der Theke liegt und den Einkauf abrundet
- Geschenk- und Wurstpakete: ein oft übersehenes Zusatzgeschäft, gerade zu Feiertagen
Ein paar gute Fotos pro Kategorie reichen. Fotografieren Sie bei Tageslicht und mit ruhigem Hintergrund. Ein ehrliches Bild Ihrer eigenen Hausmacher-Leberwurst wirkt stärker als jedes perfekte Werbefoto aus einer Bilddatenbank.
2. Der Partyservice: Ihr stärkster Hebel online
Für die meisten Metzgereien ist der Partyservice das margenstärkste und planbarste Geschäft, und genau das gehört sichtbar auf die Startseite. Grillplatten, Fleischplatten, Fingerfood, warme Buffets und Catering für Geburtstage, Firmenfeiern, Hochzeiten und Vereinsfeste werden mit Vorlauf bestellt, oft von Kunden, die gerade nach einem Anbieter in der Nähe suchen.
Zeigen Sie den Partyservice mit ein paar guten Fotos und klaren Paketen, damit ein Kunde sofort versteht, was er bekommt:
- Welche Platten und Buffets es gibt (kalt und warm), gern mit Beispielpreis pro Person
- Ab welcher Personenzahl Sie liefern und welche Vorlaufzeit Sie brauchen
- Ob Sie liefern, aufbauen und Geschirr stellen oder nur zur Abholung anbieten
- Ein einfaches Anfrageformular: Anlass, Personenzahl, Datum, Kontaktdaten
Sie bestätigen die Anfrage dann kurz per Anruf oder Mail und klären die Details. Dieser eine Baustein gewinnt Aufträge, die sonst dort landen, wo schneller und klarer jemand erreichbar war. Eine Metzgerei, die den Partyservice nur mündlich in der Theke anbietet, wird für die nächste Feier online schlicht nicht gefunden.
3. Fleisch und Grillgut vorbestellen
Neben dem großen Partyservice gibt es das kleinere, aber häufige Vorbestellgeschäft: der Sonntagsbraten, das Grillpaket fürs Wochenende, die Gans zu Weihnachten, größere Mengen für die Gefriertruhe. Diese Bestellungen laufen ohnehin, meist telefonisch und oft genau dann, wenn in der Theke gerade Hochbetrieb herrscht.
Ein einfaches Vorbestellformular nimmt sie rund um die Uhr entgegen, auch abends und am Sonntag. Fragen Sie nur das Nötigste ab:
- Was möchten Sie bestellen (Braten, Grillpaket, Geflügel, größere Menge)
- Wie viel bzw. für wie viele Personen
- Für wann (Datum und Uhrzeit zur Abholung)
- Name und Telefonnummer
Wichtig ist der Hinweis auf die Vorlaufzeit, etwa "Weihnachtsgans bitte bis zum 15. Dezember bestellen". Gerade zur Grillsaison und zu den Feiertagen holt ein sichtbarer Vorbestell-Link genau die Kunden ab, die ohnehin planen.
4. Mittagstisch und heiße Theke
Viele Metzgereien haben einen Mittagstisch, einen Imbiss oder eine heiße Theke mit Leberkäse, Currywurst, Schnitzel und wechselnden Gerichten. Das ist ein täglicher Umsatzbringer und zieht die Laufkundschaft aus den umliegenden Betrieben an, kommuniziert wird es online aber kaum.
Wenn Sie so etwas anbieten, sollte es einen eigenen sichtbaren Bereich bekommen:
- Was es gibt und zu welchen Zeiten (Mittagstisch, heiße Theke, Snacks für unterwegs)
- Der aktuelle Wochenplan oder Mittagstisch, gut lesbar und einfach aktuell zu halten
- Ob es einen Stehbereich oder ein paar Sitzplätze gibt
- Ob eine Vorbestellung fürs Büro oder die Baustelle möglich ist
Ein aktueller Mittagstisch ist genau die Art von Information, die Menschen unterwegs auf dem Handy suchen. Wer ihn online findet, kommt in der Pause vorbei. Wer nicht, geht woanders essen.
5. Herkunft, Qualität und Vertrauen
Das wichtigste Verkaufsargument einer handwerklichen Metzgerei ist die Herkunft. Genau hier liegt der klarste Unterschied zur Fleischtheke im Supermarkt, und Kunden achten immer stärker darauf. Diese Angaben rechtfertigen Ihren Preis und holen die Kunden ab, die bewusst nicht im Discounter kaufen wollen. Schreiben Sie ehrlich und konkret:
- Von welchen Höfen und aus welcher Region Sie Ihr Fleisch beziehen
- Ob Sie selbst schlachten, zerlegen und wursten oder mit festen regionalen Partnern arbeiten
- Wie es um Tierwohl und Haltung steht, ohne Werbefloskeln, sondern konkret
- Welche Handwerksverfahren Sie nutzen (eigene Reifung, Räuchern, hausgemachte Rezepturen)
Ergänzen Sie das mit Kundenbewertungen: Drei bis fünf echte Stimmen mit Namen wirken überzeugender als jede Selbstbeschreibung. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine Google-Bewertung, denn eine hohe Bewertungszahl bei Google Maps entscheidet mit, ob Sie in der lokalen Suche oben auftauchen. Ehrliche Herkunftsangaben plus echte Bewertungen sind für eine Metzgerei ein stärkeres Argument als jeder Preisnachlass.
6. Öffnungszeiten und Standort aktuell halten
Die Öffnungszeiten sind mit dem Sortiment zusammen das, was Kunden am häufigsten nachschauen, fast immer unterwegs auf dem Handy. Sorgen Sie dafür, dass sie sofort sichtbar und aktuell sind:
- Öffnungszeiten gut lesbar, auch abweichende Zeiten samstags
- Adresse mit eingebundener Karte und Ein-Klick-Navigation aufs Smartphone
- Feiertags- und Ferienzeiten, gerade vor Weihnachten und Ostern, wenn am meisten gekauft wird
- Falls Sie mehrere Filialen oder einen Marktstand haben, jede Angabe einzeln und klar auffindbar
Der häufigste Fehler ist eine veraltete Angabe, die im entscheidenden Moment falsch ist. Wer vor der geschlossenen Tür steht, weil online eine falsche Zeit stand, kommt selten wieder. Die Öffnungszeiten aktuell zu halten ist deshalb Pflicht, nicht Kür.
7. Fachkräfte und Ausbildung: Der oft übersehene Bereich
Fleischer und Fachverkäufer sind Mangelberufe, und viele Metzgereien suchen dauerhaft Personal und Auszubildende. Für viele Betriebe ist die Personalsuche inzwischen so wichtig wie die Kundengewinnung. Trotzdem fehlt auf den meisten Webseiten jeder Hinweis darauf.
Ein kurzer, ehrlicher Karrierebereich holt Bewerber ab, die ohnehin in der Nähe wohnen:
- Welche Stellen offen sind (Fleischer, Fachverkauf, Aushilfe, Ausbildung)
- Was Sie bieten: geregelte Arbeitszeiten, faires Gehalt, ein sicherer Handwerksberuf, gutes Betriebsklima
- Ein einfacher Weg, sich zu bewerben, am besten mit einem kurzen Formular oder per Mail
- Ein Wort zur Ausbildung, denn viele junge Leute und ihre Eltern suchen gezielt nach Ausbildungsplätzen vor Ort
Viele gute Bewerber gehen allein deshalb verloren, weil online nicht sichtbar ist, dass ein Betrieb überhaupt jemanden sucht. Ein Karrierebereich kostet fast nichts und ist oft genauso wertvoll wie die Kundenseite.
Was Sie weglassen können
Nicht alles, was technisch möglich wäre, hilft auf einer Metzgerei-Webseite:
- Eine komplette Preisliste jedes Produkts: Tagespreise ändern sich zu oft und veralten sofort. Zeigen Sie das Sortiment mit Fotos, Preise nennen Sie bei Partyservice und Bestellprodukten pro Person oder Paket.
- Stockfotos von fremdem Fleisch: Kunden erkennen generische Werbebilder, und sie zerstören genau das Vertrauen in Herkunft und Handwerk, das Ihr wichtigstes Verkaufsargument ist.
- Ein aufwendiger Online-Shop mit Fleischversand: Versand von Frischfleisch mit Kühlkette ist teuer, haftungsintensiv und für die meisten lokalen Metzgereien nicht nötig. Vorbestellung mit Abholung ist der richtige Weg.
- Animationen und schwere Ladeeffekte: Sie verlangsamen die Webseite auf dem Smartphone. Wer nur schnell die Öffnungszeiten oder den Mittagstisch sucht, hat keine Geduld dafür. Schnelle Ladezeiten sind auf lokalen Gewerbewebseiten besonders wichtig.
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Kostenlose Vorschau anfordernHäufige Fragen zur Webseite einer Metzgerei
Was muss auf die Webseite einer Metzgerei? +
Eine Metzgerei-Webseite braucht vor allem ein sichtbares Sortiment mit echten Fotos Ihrer Fleisch- und Wurstwaren, einen deutlich sichtbaren Partyservice mit Grillplatten und Catering, den Mittagstisch oder die heiße Theke falls Sie das anbieten, eine einfache Möglichkeit, Fleisch und Grillgut vorzubestellen, klare Angaben zur Herkunft und Qualität Ihres Fleisches, aktuelle Öffnungszeiten mit Karte und, wenn Sie Personal suchen, einen Karrierebereich. Kunden wollen in wenigen Sekunden sehen, was Sie anbieten, ob sie für eine Feier bestellen können und woher Ihr Fleisch kommt.
Sollte eine Metzgerei ihren Partyservice online zeigen? +
Ja, der Partyservice ist für die meisten Metzgereien der stärkste Umsatzhebel online. Grillplatten, Fleischplatten, Fingerfood, warme Buffets und Catering für Feiern werden planbar und mit Vorlauf bestellt, oft von Kunden, die gerade nach einem Anbieter in der Nähe suchen. Wer den Partyservice mit ein paar guten Fotos, klaren Paketen und einem einfachen Anfrageformular zeigt, gewinnt genau diese Aufträge. Eine Metzgerei, die das nur mündlich anbietet, wird für die nächste Firmenfeier oder Familienfeier schlicht nicht gefunden.
Wie zeige ich das Sortiment einer Metzgerei am besten online? +
Mit echten, appetitlichen Fotos Ihrer eigenen Ware, nicht mit Stockbildern. Gruppieren Sie nach Kategorien: Fleisch nach Tierart, Wurst und Hausmacher-Spezialitäten, Grill- und Marinierartikel, Feinkost und Salate, Geschenkideen wie Wurstpakete. Sie müssen nicht jedes Produkt mit tagesaktuellem Preis auflisten, das ändert sich zu oft. Eine schöne Auswahl Ihrer Spezialitäten pro Kategorie reicht, um zu zeigen, wofür Ihr Betrieb steht. Gerade Hausmacher-Wurst und regionale Besonderheiten sind Ihr stärkstes Argument gegen die Fleischtheke im Supermarkt.
Sollte eine Metzgerei ihre Herkunft und Qualität auf der Webseite zeigen? +
Unbedingt. Herkunft und Qualität sind das wichtigste Vertrauenssignal einer handwerklichen Metzgerei und der klarste Unterschied zum Discounter. Kunden achten immer stärker darauf, woher das Fleisch kommt. Schreiben Sie ehrlich und konkret: von welchen Höfen und aus welcher Region Sie beziehen, ob Sie selbst schlachten oder zerlegen, wie es um Tierwohl und Haltung steht und welche Handwerksverfahren Sie nutzen. Diese Angaben rechtfertigen Ihren Preis und holen genau die Kunden ab, die bewusst nicht im Supermarkt kaufen wollen.
Lohnt sich für eine Metzgerei ein Karrierebereich auf der Webseite? +
Ja. Fleischer und Fachverkäufer sind Mangelberufe, und viele Metzgereien suchen dauerhaft Personal und Auszubildende. Ein kurzer, ehrlicher Karrierebereich mit den offenen Stellen und einem einfachen Weg, sich zu bewerben, ist oft genauso wertvoll wie die Kundenseite. Schreiben Sie konkret, wen Sie suchen, was Sie bieten (geregelte Arbeitszeiten, faires Gehalt, sicherer Handwerksberuf) und wie man sich meldet. Viele gute Bewerber gehen allein deshalb verloren, weil online nicht sichtbar ist, dass ein Betrieb überhaupt jemanden sucht.
Was kostet eine Webseite für eine Metzgerei? +
Ein freier Webdesigner berechnet in der Regel 1.500 bis 4.000 Euro für eine Metzgerei-Webseite mit Sortiment, Partyservice und Bestellfunktion, dazu kommen jährliche Hosting- und Wartungskosten. Eine günstigere Alternative ist ein Webseiten-Abo ab rund 49 Euro pro Monat, das Design, Hosting, Smartphone-Optimierung und kleine Änderungen einschließt, ohne Einrichtungsgebühr und monatlich kündbar. Baukastensysteme wie Jimdo oder Wix sind günstiger, erfordern aber viel Eigenaufwand und wirken bei einem etablierten Betrieb oft weniger vertrauenswürdig.
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