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Webseite für Kneipe und Bar: Was Gäste abends um zehn suchen

Eine Kneipe wird selten am Vormittag ausgesucht. Sie wird um kurz nach zehn am Handy gesucht, von jemandem, der schon unterwegs ist und genau drei Dinge wissen will. Ihre Webseite entscheidet, ob er kommt.

Webfrisch Sascha Heyer · Webfrisch ·

Kneipen und Bars haben ein anderes Verhältnis zum Internet als Restaurants. Wer essen gehen will, plant Tage vorher und reserviert. Wer auf ein Bier geht, entscheidet sich in fünf Minuten, oft schon auf dem Weg, oft im Stehen vor der Tür des Ladens, der zu voll ist.

Daraus folgt eine ungewöhnliche Anforderung: Eine Kneipen-Webseite muss vor allem schnell und abends richtig sein. Sie muss auf einem Handy in einer dunklen Straße in wenigen Sekunden drei Fragen beantworten. Habt ihr auf. Wie lange. Ist heute etwas los.

Die meisten Seiten in dieser Branche beantworten davon keine einzige zuverlässig. Sie zeigen ein Foto der leeren Theke bei Tageslicht, ein Programm, dessen letzter Eintrag vom Vorjahr ist, und eine Telefonnummer, die um diese Uhrzeit niemand anruft. Dieser Artikel zeigt, was stattdessen daraufgehört.

1. Öffnungszeiten, die abends tatsächlich stimmen

Das klingt banal und ist trotzdem der wichtigste Punkt der ganzen Seite. Bei einer Kneipe ist die Öffnungszeit nicht Beiwerk, sondern der Hauptinhalt, und sie ist komplizierter als bei jedem anderen Betrieb.

Pflegen Sie dieselben Zeiten in Ihrem Google-Unternehmensprofil. Ein großer Teil der abendlichen Suchen endet direkt in der Google-Karte, ohne dass jemand Ihre Seite überhaupt öffnet. Zwei Quellen, die sich widersprechen, sind schlimmer als eine.

2. Das Programm ist Ihr Grund zum Wiederkommen

Livemusik, Kneipenquiz, Karaoke, Dart- oder Kickerturnier, DJ am Wochenende, Stammtisch, Public Viewing: Das Programm ist bei einer Kneipe der einzige Inhalt, der Menschen regelmäßig auf die Seite zurückholt. Und er ist der am schlechtesten gepflegte.

Machen Sie daraus eine echte Terminliste, keinen Fließtext und kein Plakat als Bilddatei. Pro Termin:

Zwei Regeln machen den Unterschied. Erstens: Vergangene Termine müssen verschwinden. Zweitens: ein sichtbares "Stand 20. Juli" über der Liste. Eine Kneipenseite, deren nächster Termin im letzten Herbst lag, wirkt geschlossen, auch wenn jeden Abend voll ist.

Ein Plakat als Bild ist übrigens der häufigste Fehler dabei. Es ist auf dem Handy unlesbar, und Google kann den Text darin nicht auswerten. Wer stattdessen echte Termine schreibt, taucht bei Suchen wie "Livemusik heute" oder "Kneipenquiz" mit dem Ortsnamen auf. Das Plakat können Sie zusätzlich zeigen.

3. Getränkekarte statt Speisekarte

Hier unterscheidet sich die Kneipe klar vom Restaurant. Der Gast interessiert sich nicht für ein dreigängiges Menü, sondern dafür, was gezapft wird und was es kostet.

Bitte als normale Webseite, nicht als PDF. Ein PDF wird auf dem Handy schlecht angezeigt, es lädt langsam und Google liest es schlechter. Genau bei diesen abendlichen Suchen zählt beides.

4. Die Fragen, die nur in dieser Branche gestellt werden

Es gibt eine Handvoll Angaben, die auf fast keiner Kneipenseite stehen und die den Ausschlag geben, ob eine Gruppe zu Ihnen kommt oder in den Laden zwei Straßen weiter:

5. Feiern und Gruppen: der planbarste Umsatz

Geburtstage, Vereinsabende, Mannschaftsfeiern, Betriebsfeiern, Junggesellenabschiede. Für viele Kneipen ist das der Umsatz, auf den man sich verlassen kann, und er wird fast immer vorher online recherchiert. Trotzdem fehlt die entsprechende Seite fast überall.

Eine kurze eigene Seite reicht. Darauf:

Diese eine Seite ist erfahrungsgemäß der Teil einer Kneipen-Webseite, der sich am direktesten in Geld übersetzt.

6. Fotos, die abends aufgenommen wurden

Der häufigste Bildfehler in dieser Branche: Die Fotos sind vormittags entstanden, bei Tageslicht, im leeren, aufgeräumten Raum. Das ist verständlich, weil man da Zeit hat. Es zeigt aber genau nicht das, was der Gast sucht.

Eine Kneipe verkauft Atmosphäre, und Atmosphäre entsteht bei Ihnen abends: warmes Licht, besetzte Tische, jemand hinter der Theke, ein volles Glas. Ein paar ehrliche Aufnahmen an einem normalen Freitagabend sind mehr wert als ein Satz Profifotos aus dem leeren Raum. Fragen Sie Gäste, die im Bild sind, kurz um Erlaubnis, oder fotografieren Sie so, dass niemand erkennbar ist.

Wichtig auch hier: Die Bilder müssen verkleinert sein. Wer abends mobil mit schwachem Netz sucht und drei Sekunden auf ein Foto wartet, ist längst beim nächsten Treffer.

7. Was Sie weglassen können

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Häufige Fragen zur Kneipen-Webseite

Was muss auf die Webseite einer Kneipe oder Bar? +

Am wichtigsten sind: die Öffnungszeiten inklusive der Frage, wie lange offen ist, das Programm der nächsten Wochen mit konkretem Datum, die Getränkekarte mit Preisen, ein paar echte Fotos des Raums bei Abendlicht, die Angabe zu Außenbereich und Rauchen, ob Karte oder nur Bargeld gilt, ob Sportübertragungen laufen und ein einfacher Weg, einen Tisch oder den ganzen Raum für eine Feier anzufragen. Eine Speisekarte im Restaurantsinn brauchen die wenigsten Kneipen, eine ehrliche Zeile zu Snacks oder Küche bis wann reicht.

Reicht eine Facebook- oder Instagram-Seite für eine Kneipe? +

Für das laufende Programm sind die sozialen Netzwerke gut, als einzige Adresse im Netz sind sie riskant. Wer abends nach einer Kneipe im Ort sucht, sucht bei Google, und dort ranken Beiträge in einem geschlossenen Netzwerk schlecht. Dazu kommt: Ein Gast ohne Konto sieht oft nur eine Anmeldeaufforderung, und die Öffnungszeiten stehen in einem Beitrag von vor acht Monaten. Sinnvoll ist die Kombination, also eine kleine eigene Seite mit den festen Angaben und Social Media für das Tagesgeschäft.

Wie zeige ich das Veranstaltungsprogramm richtig? +

Als Liste mit echten Daten, jede Veranstaltung als eigener Eintrag mit Datum, Wochentag, Beginn, Name, einem Satz Beschreibung und der Angabe zum Eintritt. Wichtig ist, dass vergangene Termine verschwinden und ein sichtbarer Stand darübersteht. Eine Seite, auf der als nächster Termin noch das Konzert vom letzten Herbst steht, kostet mehr Vertrauen als gar kein Programm. Wer die Termine in dieser Form pflegt, wird außerdem bei Suchen nach Livemusik oder Quiz mit dem Ortsnamen gefunden.

Soll die Getränkekarte mit Preisen online stehen? +

Ja. Gäste wollen vorher wissen, was das Bier kostet, und niemand entscheidet sich gegen eine Kneipe, weil sie ehrlich vier Euro fünfzig nennt. Sinnvoll ist eine schlanke Karte als normale Webseite, nicht als PDF, mit den Bieren vom Fass, den offenen Weinen, den Longdrinks und Cocktails, den alkoholfreien Getränken und einem Hinweis auf wechselnde Spezialitäten. Die Biermarken gehören ausgeschrieben, weil viele Gäste gezielt nach einer Marke plus Ortsname suchen.

Wie bekomme ich über die Webseite mehr Feiern und Gruppen? +

Mit einer eigenen kurzen Seite für Feiern und Gruppen. Darauf gehören: ab wie vielen Personen eine Anmeldung nötig ist, wie viele Plätze der Raum hat, ob es einen abtrennbaren Bereich oder eine komplette Anmietung gibt, ob Getränkepauschalen oder Absprachen zum Essen möglich sind, was das ungefähr kostet und ein Formular mit Datum, Personenzahl und Anlass. Geburtstage, Vereinsabende und Betriebsfeiern sind für viele Kneipen der planbarste Umsatz, und sie werden fast immer online vorbereitet.

Was kostet eine professionelle Webseite für eine Kneipe? +

Einmalkosten bei freien Webdesignern liegen meist zwischen 1.200 und 4.000 Euro, dazu kommen jährliche Hosting- und Pflegekosten. Günstiger einsteigen geht mit einem Webseiten-Abo ab rund 49 Euro pro Monat, das Design, Hosting, Smartphone-Optimierung und kleine Änderungen einschließt, ohne Einrichtungsgebühr und monatlich kündbar. Für eine Kneipe zählt vor allem die laufende Pflege, weil Programm und Öffnungszeiten sich ständig ändern und eine veraltete Terminliste schlechter wirkt als keine.

Fazit

Eine Kneipen-Webseite muss nicht schön sein, sie muss abends recht haben. Wer um zehn auf dem Handy in drei Sekunden liest, dass offen ist, wie lange, was heute läuft und was das Bier kostet, kommt. Wer eine langsame Seite mit einem Plakat vom Vorjahr findet, geht woanders hin.

Der Aufwand dafür ist klein. Eine Startseite mit den Zeiten und einem Hinweiskasten für Abweichungen, eine Terminliste, eine Getränkekarte, eine Seite für Feiern und Gruppen, ein paar Abendfotos. Fünf Seiten. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern dass die Terminliste und die Öffnungszeiten stimmen. Genau dafür lohnt es sich, jemanden zu haben, der die Pflege übernimmt, statt sie im Tagesgeschäft liegenzulassen.

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