Die Situation kennt fast jeder, der schon einmal selbst an einer Webseite gearbeitet hat: Man braucht ein Foto von einem leckeren Gericht, einer Baustelle oder einem zufriedenen Kunden, tippt es bei Google ein, findet ein schönes Bild und kopiert es auf die eigene Seite. Schnell erledigt, kostet nichts. Und genau das ist das Problem.
Fast jedes Bild im Internet gehört jemandem. Wer es ohne Erlaubnis verwendet, verletzt das Urheberrecht. In Deutschland führt das regelmäßig zu kostenpflichtigen Abmahnungen, und die treffen ausgerechnet kleine Betriebe hart, weil dort die Bilder oft ohne Prüfung übernommen werden.
Dieser Artikel gibt Ihnen einen verständlichen Überblick. Er ist keine Rechtsberatung, aber er hilft Ihnen, die häufigsten und teuersten Fehler zu vermeiden.
Die kurze Antwort: Nein, fremde Bilder nicht einfach nehmen
Google ist eine Suchmaschine, keine Bildquelle. Wenn Sie dort ein Bild finden, hat Google keine Rechte daran und kann Ihnen auch keine geben. Das Bild gehört weiterhin dem Fotografen, einer Bildagentur oder dem Betrieb, der es aufgenommen hat. Das Gleiche gilt für Fotos, die Sie auf Facebook, Instagram, bei einem Mitbewerber oder auf einer beliebigen anderen Webseite sehen.
Ein Urheberrecht entsteht automatisch in dem Moment, in dem ein Foto aufgenommen wird. Es muss nirgends angemeldet werden und es muss kein Copyright-Vermerk daneben stehen. Fehlt ein Vermerk, heißt das also nicht, dass das Bild frei ist. Im Gegenteil: Im Zweifel ist ein Bild geschützt.
Warum das schnell teuer wird
In Deutschland ist die unberechtigte Nutzung fremder Bilder ein beliebtes Feld für Abmahnungen. Der Ablauf ist fast immer gleich: Der Rechteinhaber oder ein spezialisierter Anwalt entdeckt Ihr Bild, oft über eine automatische Bilderkennung, und schickt Ihnen eine Abmahnung. Diese enthält in der Regel:
- Schadenersatz für die Nutzung des Bildes (häufig berechnet nach fiktiven Lizenzgebühren)
- Anwaltskosten des Rechteinhabers
- eine Unterlassungserklärung, mit der Sie sich verpflichten, das Bild nie wieder zu verwenden, oft mit einer hohen Vertragsstrafe bei Verstoß
Je nach Bild und Fall kommen so schnell mehrere Hundert bis mehrere Tausend Euro zusammen, für ein einziges Foto. Das ist ärgerlich, weil es sich mit dem richtigen Bild von vornherein komplett vermeiden lässt.
Woher bekomme ich rechtssichere Bilder?
Es gibt drei sichere Wege, und alle sind einfacher, als eine Abmahnung zu bezahlen.
1. Eigene Fotos
Die mit Abstand beste Quelle. An Bildern, die Sie selbst aufgenommen haben, halten Sie automatisch alle Rechte. Für einen lokalen Betrieb sind eigene Fotos außerdem authentischer und wirken vertrauenswürdiger als austauschbare Stockbilder. Ein aktuelles Smartphone reicht dafür völlig aus. Wie Sie damit gute Bilder machen, steht in unserer Foto-Anleitung fürs Smartphone.
2. Stock-Portale mit klarer Lizenz
Wenn Sie kein eigenes Bild haben, greifen Sie auf seriöse Bildportale zurück:
- Kostenlose Portale wie Unsplash oder Pexels bieten Bilder unter freien Lizenzen an, die meist auch die gewerbliche Nutzung erlauben. Laden Sie dort immer direkt von der Originalseite herunter.
- Kostenpflichtige Agenturen wie Adobe Stock, iStock oder Shutterstock verkaufen Ihnen eine klar definierte Nutzungslizenz. Heben Sie den Kaufbeleg auf, er ist Ihr Nachweis.
Wichtig in beiden Fällen: Lesen Sie die Lizenz. Auch bei kostenlosen Portalen gibt es Grenzen. Sie dürfen die Bilder in der Regel nicht als eigene weiterverkaufen, und Personen oder Marken auf dem Bild sind nicht automatisch für Werbung freigegeben (dazu gleich mehr).
3. Fotograf mit schriftlicher Vereinbarung
Für Referenzfotos, Teamfotos oder besondere Anlässe lohnt sich ein Fotograf. Achten Sie darauf, dass die Nutzungsrechte schriftlich geregelt sind: Wofür dürfen Sie die Bilder verwenden, für wie lange und auf welchen Kanälen? Ein Foto zu beauftragen heißt nicht automatisch, dass Sie es überall frei nutzen dürfen. Das regelt allein der Vertrag.
Sicher oder riskant?
✓ Sicher
- Eigene Fotos
- Gekaufte Stock-Lizenz (mit Beleg)
- Freie Lizenz (Unsplash/Pexels, Lizenz geprüft)
- Fotograf mit schriftlichem Nutzungsrecht
✗ Riskant
- Bild aus der Google-Bildersuche
- Foto vom Mitbewerber oder aus Social Media
- Bild ohne bekannte Quelle
- Personen ohne Einwilligung
Vorsicht bei Personen auf dem Bild
Selbst ein rechtlich einwandfrei lizenziertes Foto kann noch ein zweites Problem haben: die abgebildeten Personen. In Deutschland gilt das Recht am eigenen Bild. Jede erkennbare Person muss zustimmen, bevor ihr Foto veröffentlicht wird.
Das betrifft Sie in mehreren Alltagssituationen:
- Mitarbeiterfotos: Holen Sie eine Einwilligung ein, am besten schriftlich. Regeln Sie darin auch, was passiert, wenn die Person das Unternehmen verlässt.
- Gäste und Kunden: Ein Foto vom vollen Lokal oder von einer zufriedenen Kundin dürfen Sie nur mit deren Zustimmung zeigen.
- Stockfotos mit Models: Die Bildlizenz erlaubt die Nutzung des Fotos, garantiert aber nicht, dass die abgebildete Person für Ihre Werbung wirbt. Bei seriösen Agenturen liegt dafür meist ein sogenanntes Model-Release vor, prüfen Sie das im Zweifel.
Zusätzlich ist ein Foto einer Person ein personenbezogenes Datum im Sinne der DSGVO. Die Einwilligung deckt idealerweise beide Aspekte ab: das Recht am eigenen Bild und die datenschutzrechtliche Verarbeitung.
Was ist mit Logos, Marken und Kartenausschnitten?
Auch hier gilt Zurückhaltung. Fremde Firmenlogos oder Markenzeichen (zum Beispiel von Lieferanten oder Partnern) dürfen Sie nur mit deren Erlaubnis verwenden. Einen Kartenausschnitt binden Sie am besten über die offizielle Einbettung von Google Maps oder OpenStreetMap ein, statt einen Screenshot der Karte hochzuladen. Wie das geht, steht in unserem Beitrag Google Maps in die Webseite einbinden.
Kurz-Checkliste vor dem Hochladen
- Habe ich das Bild selbst aufgenommen oder eine gültige Lizenz dafür?
- Kann ich im Zweifel nachweisen, woher das Bild stammt (Beleg, Lizenzlink)?
- Habe ich die Lizenzbedingungen tatsächlich gelesen?
- Sind erkennbare Personen mit ihrer Einwilligung abgebildet?
- Verwende ich keine fremden Logos oder Marken ohne Erlaubnis?
Wenn Sie alle fünf Punkte mit Ja beantworten, sind Sie auf der sicheren Seite.
Bei Webfrisch müssen Sie sich darum nicht kümmern
Für Ihre Webseite verwenden wir ausschließlich Ihre eigenen Fotos oder ordentlich lizenzierte Bilder. So bleibt Ihre Seite abmahnsicher, und Sie müssen sich um Bildrechte keine Gedanken machen. Wollen Sie sehen, wie das für Ihren Betrieb aussehen könnte?
Kostenlose Vorschau anfordernHäufige Fragen
Darf ich Bilder von Google auf meiner Webseite verwenden?+
Nein, nicht ohne Weiteres. Bilder, die Sie über die Google-Bildersuche finden, sind fast immer urheberrechtlich geschützt und gehören einem Fotografen, einer Agentur oder einem anderen Betrieb. Google ist nur eine Suchmaschine, keine Bildquelle mit Nutzungsrechten. Wer ein solches Bild ohne Lizenz auf seine Webseite stellt, riskiert eine kostenpflichtige Abmahnung. Verwenden Sie stattdessen eigene Fotos, gekaufte Stock-Lizenzen oder ausdrücklich frei nutzbare Bilder.
Was kostet eine Abmahnung wegen eines fremden Bildes?+
Eine Abmahnung wegen unberechtigter Bildnutzung setzt sich typischerweise aus Schadenersatz für die Nutzung, den Anwaltskosten des Rechteinhabers und oft einer Unterlassungserklärung zusammen. Je nach Bild und Fall reicht das von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro. Für einen kleinen Betrieb ist das ein völlig vermeidbares Risiko, wenn man von Anfang an nur rechtssichere Bilder verwendet.
Woher bekomme ich rechtssichere Bilder für meine Webseite?+
Drei sichere Wege: erstens eigene Fotos, die Sie selbst aufgenommen haben, denn daran halten Sie automatisch die Rechte. Zweitens Bilder von seriösen Stock-Portalen, entweder kostenpflichtig oder unter einer freien Lizenz wie bei Unsplash oder Pexels, wobei Sie immer die Lizenzbedingungen prüfen sollten. Drittens Fotos, die Sie bei einem Fotografen mit klarer schriftlicher Nutzungsvereinbarung in Auftrag geben.
Sind kostenlose Bilder von Unsplash oder Pexels wirklich frei nutzbar?+
In den meisten Fällen ja, auch kommerziell und ohne Namensnennung. Aber die Lizenz hat Grenzen: Sie dürfen die Bilder in der Regel nicht als eigene verkaufen und Personen oder Marken auf dem Bild sind nicht automatisch für Werbung freigegeben. Lesen Sie die Lizenz des jeweiligen Portals und laden Sie Bilder nur von der Originalquelle herunter, nicht über Umwege, bei denen die Lizenz unklar ist.
Darf ich Fotos von Gästen, Kunden oder Mitarbeitern auf die Webseite stellen?+
Nur mit Einwilligung. Personen haben ein Recht am eigenen Bild. Sie brauchen die Zustimmung jeder erkennbaren Person, am besten schriftlich. Zusätzlich greift die DSGVO, weil ein Foto ein personenbezogenes Datum ist. Für Mitarbeiterfotos empfiehlt sich eine gesonderte Einwilligung, die auch regelt, was mit dem Bild passiert, wenn die Person das Unternehmen verlässt.
Ich habe das Bild nur klein und mit Quellenangabe verwendet, ist das erlaubt?+
Nein. Weder eine kleine Darstellung noch eine Quellenangabe ersetzen die fehlende Nutzungserlaubnis. Eine Quellenangabe kann sogar verpflichtend sein, wenn Sie das Bild rechtmäßig nutzen, sie macht aber eine unerlaubte Nutzung nicht rechtmäßig.
Der Mitbewerber hat mein Bild geklaut, was kann ich tun?+
Umgekehrt gilt dasselbe Recht zu Ihren Gunsten. Wenn Sie ein eigenes Foto aufgenommen haben und ein anderer es ohne Erlaubnis verwendet, können Sie Unterlassung und gegebenenfalls Schadenersatz verlangen. Ein weiterer guter Grund, mit eigenen Bildern zu arbeiten.
Darf ich KI-generierte Bilder verwenden?+
Meist ja, aber prüfen Sie die Nutzungsbedingungen des jeweiligen KI-Dienstes, denn die regeln, wofür Sie die erzeugten Bilder einsetzen dürfen. Achten Sie außerdem darauf, dass ein KI-Bild keine echten Personen oder geschützten Marken zeigt. Für einen lokalen Betrieb wirken echte eigene Fotos in der Regel überzeugender als generische KI-Bilder.
Gilt das auch für Bilder, die ich vor Jahren hochgeladen habe?+
Ja. Eine unberechtigte Nutzung bleibt eine Verletzung, solange das Bild online ist, unabhängig davon, wann Sie es hochgeladen haben. Es lohnt sich, alte Seiten einmal daraufhin durchzugehen und unsichere Bilder zu ersetzen.
Fazit
Die einfache Regel lautet: Verwenden Sie nur Bilder, die Sie selbst gemacht haben oder für die Sie eine klare Lizenz besitzen. Alles, was Sie irgendwo im Netz finden und einfach kopieren, ist ein vermeidbares Risiko. Eigene Fotos sind dabei nicht nur die sicherste, sondern für einen lokalen Betrieb meist auch die überzeugendste Wahl.
Bei rechtlichen Grenzfällen, etwa bei komplexen Lizenzfragen oder einer bereits erhaltenen Abmahnung, ist ein auf Urheberrecht spezialisierter Anwalt die richtige Anlaufstelle.